Medizin Stille Front

Die Ärztin Eiman Tahir, deren Praxis viele Kulturen vereint, strahlt Ruhe und Zuversicht aus. Trotz der Not, die sie täglich sieht. "Ich liebe meinen Beruf", sagt sie.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Münchner Frauenärztin Eiman Tahir behandelt Migrantinnen. Viele von ihnen haben Schlimmes erlebt, wurden als Kinder beschnitten oder Opfer von Gewalt. Sie kommen zu ihr mit Scham und Angst.

Von Martina Scherf

An der Pinnwand im Behandlungszimmer hängen Hunderte Fotos von glücklichen Babys. "Die alle und noch viel mehr habe ich in den vergangenen Jahren zur Welt gebracht", sagt Eiman Tahir und lacht. Es sind die glücklichen Momente im Alltag der Ärztin, wenn sie einem gesunden kleinen Menschen beim Start ins Leben helfen kann.

Daneben gibt es die anderen Momente. Wenn Frauen mit unsäglichen Schmerzen kommen, weil ihnen als Kind die Schamlippen zugenäht wurden. Frauen, die auf der Flucht vergewaltigt oder zur ...