Maxvorstadt Nicht ohne uns

Temporärer Ort: Knapp 9000 Quadratmeter Nutzfläche harren im früheren Gesundheitshaus einer neuen, innovativen Nutzung.

(Foto: Robert Haas)

Die Maxvorstädter Lokalpolitiker verlangen Mitsprache bei der Zwischennutzung des Gesundheitshauses

Von Stefan Mühleisen, Maxvorstadt

Das Interesse ist offenbar immens, wie zuletzt von der Behördenspitze im Kommunalreferat zu hören war: Das ehemalige Gesundheitshaus an der Dachauer Straße 90 soll für fünf Jahre zur Zwischennutzung freigegeben werden. Die Nachricht elektrisiert seither die städtischen Kulturszene, denn zu vergeben sind knapp 9000 Quadratmeter Nutzfläche, quasi als kreative Spielwiese, bis der marode Komplex dann einem neuen Verwaltungsgebäude weichen muss. Täglich, so erzählte unlängst Kommunalreferentin Kristina Frank, trudelten bei ihr jetzt Anfragen ein, von Bands, Vereinen, Künstlern. Ein Akteur ist dabei allerdings vergessen worden: der örtliche Bezirksausschuss Maxvorstadt. "Das geht alles sehr schnell und komplett an uns vorbei. Das ist nicht in Ordnung", sagte Daniel Fritsch (SPD) in der Sitzung des Gremiums.

Die Stadtviertelpolitiker kommen sich übergangen vor - und sie dringen jetzt darauf, miteinbezogen zu werden. Der Bezirksausschuss soll "in angemessener Form" an den Überlegungen für eine Zwischennutzung des Gesundheitshauses beteiligt werden, heißt es in eine Antrag von Fritsch, den das Gremium nun beschlossen hat. Recht deutlich lassen die Maxvorstädter Politiker dabei ihre Verstimmung anklingen, dass die Stadtverwaltung es offenbar für lässlich hält, die örtlich zuständige politische Ebene über das Vorhaben zu informieren. "Bei einem derart großen und mehrjährigen Vorhaben ist es angebracht, dass der Bezirksausschuss mit seiner Ortskenntnis bei der konkreten Ausgestaltung der Zwischennutzung einbezogen wird", verlangen die Lokalpolitiker. Konkret erwarten sie, dass BA-Vertreter bei einer offenbar bereits angesetzten Ortsbegehung dabei sind. Und sie wollen mitreden beim Verfahren für die Auswahl der Kandidaten für die Zwischennutzung.

Das Gremium sieht sich ferner in der Pflicht, der Stadtverwaltung bei der Planung für den Neubau auf die Finger zu schauen. Per ebenfalls an diesem Abend beschlossenen Antrag der Grünen fordert der BA die Stadt auf, "die bisher entstandenen Planungskosten für den Neubau des Gesundheitsamtes zu beziffern und aufzuschlüsseln". Der Hintergrund: Schon im Jahr 2009 hatte der Stadtrat den Abriss beschlossen; doch vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass diese neue Zentrale für das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) zu klein angelegt war, nun also größer geplant werden muss. "Folglich sind mittlerweile Jahre vergangen, in denen das Gebäude leer steht und durch Planungen und Ausschreibungen immer wieder neue Kosten entstehen", konstatieren die Grünen - und erbitten nun die genauen Zahlen zu der Planungshistorie.