Maxvorstadt Neuer Weg in die Altstadt

Neue Route: An der Elisenstraße sollen Fahrradwege angelegt werden.

(Foto: Robert Haas)

Die Stadt prüft das Einrichten von Radspuren auf der Elisenstraße. Unwägbar ist dabei der neue Bahnhofsvorplatz

Von Alfred Dürr

Wer auf direktem Weg vom Hauptbahnhof in Richtung Stachus und Altstadt radeln will, hat ein Problem. Prielmayerstraße und Bayerstraße sind Einbahnstraßen, die parallel verlaufende Schützenstraße mündet in eine Fußgängerzone, und auf der Elisenstraße herrscht starker Autoverkehr. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, wie jetzt im Planungsausschuss des Stadtrates deutlich wurde. Für die Planung von Fahrradwegen müsste man erst wissen, wie der künftige Platz vor dem neuen Hauptbahnhof gestaltet werde, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Die Stadtrats-SPD um Bettina Messinger hatte bereits vor Jahren auf die fehlende Fahrrad-Route zwischen Hauptbahnhof und Stachus hingewiesen. Die Verwaltung sollte Vorschläge für ein möglichst sicheres Radeln auf der Elisenstraße erarbeiten; am besten wäre es, an beiden Seiten der Straße Fahrradwege anzulegen.

Auch die Grünen um Paul Bickelbacher hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, Autospuren oder wahlweise auch Parkstreifen können ihrer Ansicht nach wegfallen. An der Elisenstraße gebe es keine Anwohner, die Stellplätze benötigen. Lieferverkehr sei dort auch nicht vorhanden, und im Umfeld stünden mehrere Tiefgaragen zur Verfügung.

Unterstützung für die Radwege-Lösung an der Elisenstraße kam aus dem Bezirksausschuss Maxvorstadt (BA). Außerdem brachte der BA eine weitere Variante ins Spiel: Der Alte Botanische Garten soll für die Radler geöffnet werden.

Doch da winkt das Baureferat ab. Die Gründe: Die vorhandenen Wege sind zu schmal, Spaziergänger und Radler kommen sich in die Quere. Die Behörde ist der Ansicht, dass der abgesenkte Neptunbrunnen mit den Treppenanlagen zu den umgebenden Wegen das Radfahren dort unattraktiv macht. Außerdem handelt es sich beim Alten Botanischen Garten um eine historische Anlage; größere bauliche Eingriffe im Sinn des Radverkehrs kann sich das Baureferat deshalb nicht vorstellen.

Das Anlegen von Radwegen entlang der Elisenstraße ist aus Sicht der Verwaltung nicht so einfach, wie sich das mancher Politiker vorstellt. Befürchtet werden zunehmende Staus auf dieser Hauptverkehrsachse, wenn der Straßenraum durch Radwege enger wird. Und noch ein Punkt spielt eine Rolle: Noch ist nicht geklärt, ob der Platz vor dem Hauptbahnhof-Neubau autofrei sein wird und wie sich dann der Fahrradverkehr im Umfeld des Bahnhofes und hin zur Altstadt organisieren lässt. Bis der Platz aber fertig ist, vergehen noch Jahre.

So lange wollen Bettina Messinger und Paul Bickelbacher nicht warten und drängen darauf, möglichst schnell die Radwege an der Elisenstraße zu bauen. München könne sich nicht Radlhauptstadt nennen, wenn diese Route nicht bald realisiert werde, sagte Messinger. Der Planungsausschuss des Stadtrates beauftragte die Verwaltung, das Radweg-Konzept genauer zu untersuchen und dazu Varianten zu präsentieren. Dem Planungsreferat steht für diese Aufgabe ein Budget von 30 000 Euro zur Verfügung.