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Maxvorstadt:Gezerre ums Gebretter

Josephsplatz mit Blumenkübeln

Kübel gegen den Krach: Anwohner hatten am Franziskusbrunnen Blumentröge aufgestellt - woraufhin Unbekannte zwei wieder entfernten.

(Foto: Privat)

Um den Konflikt am Josephsplatz zu lösen, dringen Initiativen in Stadtrat und Bezirksausschuss auf einen neuen Skate-Park

Was die Möglichkeiten für Skater anbelangt, ist München ganz gut ausgestattet, ja darf sich offenbar sogar "Skate-City" nennen, wie die zugehörige Freizeitsektion auf dem Online-Stadtportal überschrieben ist. 30 Skate-Parks zwischen 100 und 1500 Quadratmeter Größe gibt es demnach, etwa im Olympiapark, auf der Theresienwiese oder im Hirschgarten. Viele dieser Sportler mit den rollenden Brettern vollführen ihre trickreichen Sprünge, die sie in den Parks geübt haben, aber vor allem gerne im öffentlichen Stadtraum, also abseits dieser Anlagen - zum Leidwesen der Anwohner. Immer wieder gibt es Beschwerden über das Gebretter und den Krach; zuletzt haben Nachbarn am Josephsplatz in der Maxvorstadt sogar Pflanzkübel um den Franziskusbrunnen platziert, um die Skater zu vergrämen.

Die Angelegenheit war damit allerdings nicht erledigt. Erst schaltete sich das Baureferat ein, denn die Kübel seien eine "unerlaubte Nutzung auf öffentlichem Verkehrsgrund", hieß es. Sie sollten weg, blieben aber dann doch zunächst da, damit die Sache bei einem Ortstermin mit dem Bezirksausschuss geklärt werden kann. Zwei von ihnen verschwanden trotzdem, von Unbekannten in einer Nacht-und-Nebelaktion entwendet, wie ein Sprecher der "Freunde des Franziskusbrunnens" sinngemäß mitteilte. Die SPD im Rathaus hatte schon zuvor einen Vorschlag zur Entspannung gemacht: Um die Zwistigkeiten in dieser Umgebung final auszuräumen, sollte auch für die Skater "eine zufriedenstellende Lösung geschaffen werden", heißt es in einem Stadtratsantrag. Konkret soll die Verwaltung prüfen, ob es in der Maxvorstadt oder in Schwabing einen geeigneten Standort gibt und diesen "als Skate-Bereich aufbereiten".

Das ließ jetzt die Grünen im Bezirksausschuss Maxvorstadt aufhorchen, die ihrerseits einen Antrag formulierten, als Ergänzung zu dem SPD-Antrag: Sollte die Stadt einen Bedarf für einen Skate-Park erkennen, heißt es da, soll dafür aber keinesfalls eine Grünfläche zugebaut werden, und zwar nirgends in der Stadt. Der Bezirksausschuss sprach sich per Beschluss dafür aus, "keine weiteren Flächen für Skate-Parks in München, auch nicht rund um das Kunstareal, zu versiegeln". Vorschläge, wo im Stadtraum man sich das Versiegeln sparen könnte, haben die Maxvorstädter Politiker auch schon parat: die Fläche rund um die Ring-Skulptur an der Ecke Luisen- und Elisenstraße.