Maxvorstadt Gegen die gesichtslose Stadt

Maxvorstädter wollen Vielfalt der Fassaden erhalten sehen

Schon seit geraumer Zeit beobachten die Lokalpolitiker in der Maxvorstadt mit Unbehagen die rege Bautätigkeit in ihrem Stadtbezirk. Alte Häuser werden eingerissen, Neubauten errichtet, oftmals mit sehr viel schlichteren Fassaden. "Da wird historische Bausubstanz zerstört", echauffierte sich jetzt Richard Weiss von den Grünen in der Sitzung des Bezirksausschusses. Das Gremium hat einen Antrag seiner Fraktion verabschiedet, der von der Stadt verlangt, etwas zu unternehmen, "dass keine gesichtslose Stadt entsteht". Konkret fordern die Stadtviertelvertreter von der Verwaltung, in den historisch geprägten Straßenzügen stärker auf die Einpassung in die Fassadenoptik bestehender Gebäude zu achten.

Nach Ansicht der Maxvorstädter Politiker gebe es durchaus Optionen, "einer reinen Nutzungsarchitektur entgegenzuwirken und ansprechende, vielseitige Gebäude zu konzipieren", wie es im Papier heißt. Welche Möglichkeiten dies sind, lässt das Gremium aber offen. Bedauernd wird darauf hingewiesen, dass die Stadtgestaltungskommission nur selektiv in Bauvorhaben eingebunden werde - und es "weiterer Instrumente" bedürfe, Vorhaben im Hinblick auf ihre Einbettung in die umliegenden Strukturen zu beeinflussen. Als negatives Beispiel nennen die Maxvorstädter Politiker das Verschwinden des Gebäudes an der Türkenstraße 52, das zumindest teilweise interessante und eingebettete Fassaden aufgewiesen habe. Doch sei es daraufhin nicht geprüft worden, stellen die Grünen fest - und appellieren an die Stadt: "Wo eine Revitalisierung und/oder der Erhalt historischer Fassaden möglich sind, sollte hierauf hingewirkt werden."