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Maxvorstadt:Gegen den Autostrom

Die Erzgießereistraße wird für Radler in beide Richtungen geöffnet

Die Erzgießereistraße ist für das St.-Benno-Viertel im Stadtbezirk Maxvorstadt eine wichtige Nord-Süd-Achse, hoch frequentiert vom Zulieferverkehr für Geschäfte und ein Hotel, entsprechend brenzlig kann es zugehen für Radler auf dieser engen Einbahnstraße von der Nymphenburger zur Dachauer Straße. Der Bezirksausschuss drang deshalb bei der Stadt auf eine Verkehrsberuhigung - etwa, indem Autofahrer durch versetzt angeordnete Parkplätze eingebremst werden; derzeit ist die östliche Seite fürs Parken reserviert - und die schnurgerade Fahrbahn lädt zum Gasgeben ein. Es zeigt sich nun: Der gegenläufige Velo-Verkehr wird kommen, die Einbremsung mit versetzten Parkbuchten aber nicht.

Die Markierungen für den Radverkehr entgegen der Einbahnstraße sollen auf Anraten der Polizei zunächst probeweise für ein Jahr erfolgen. Aus der gewünschten Verkehrsberuhigung wird jedoch nichts, kurioserweise wiederum auf Wunsch des BA. Zwar nicht auf der ganzen Länge, aber im Abschnitt zwischen Dachauer Straße und Linprunstraße könnte sich das Kreisverwaltungsreferat (KVR) versetztes Parken vorstellen, um den "derzeitigen geradlinigen ,Durchschuss' zu unterbrechen, wie es in einem Brief an den BA heißt. "Zu bedenken ist dabei, dass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einige Parkplätze verloren gehen", warnt die Behörde, zwei bis drei pro Versatz würden es wohl sein.

Doch eben dies will keine der großen Fraktionen im BA, wie zuletzt deutlich wurde. Die Wortführer ließen jeweils erkennen, nicht für den Verlust von Anwohnerparkplätzen verantwortlich sein zu wollen. So teilte das Gremium per Beschluss dem KVR mit, dass ein Wegfall von Parkplätzen nicht erwünscht sei. Heißt wohl: Alles bleibt beim Alten, nur die Radler dürfen bald legal gen Süden fahren.

© SZ vom 13.05.2020 / smüh

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