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Maxvorstadt:Der Tunnel ist unten durch

Die Fußgänger-Röhre am Oskar-von-Miller-Ring ist ein Relikt aus jener Zeit, als außer Frage stand, dass Passanten durch den Untergrund zu gehen haben, damit an der Oberfläche die Bahn frei ist für Autos. Seit Jahrzehnten ist der Tunnel die einzige Möglichkeit, die Kreuzung an der Westrampe des Altstadtringtunnels zu queren. Doch die Autoröhre wird nun saniert, die Mega-Kreuzung fußgängerfreundlich umgebaut - die Unterführung hat ihre Schuldigkeit getan, befand der Stadtrat per Beschluss zur Altstadtring-Tunnelsanierung vor einigen Jahren. Doch ebenso lange wendet sich der Bezirksausschuss Maxvorstadt dagegen. Das Gremium sähe den Gang gern erhalten, etwa als Ort für Kunstausstellungen oder zum Kraxeln an einer öffentlichen Boulderwand. Allein, das Baureferat bleibt auch nach mehreren Eingaben hart.

Erneut hat die Behörde jetzt der Forderung nach einem Erhalt des Bauwerks eine Absage erteilt. Qua Beschlusslage soll die Röhre noch Fußgängern offen stehen, wobei die Stadtwerke bereits Leitungen durchgezogen und mit einer Mauer abgetrennt, die Röhre damit um zwei Meter verschmälert haben. Schon wegen dieses Teilrückbaus, so die Behörde, erübrige sich eine künftige Nutzung. Überdies müssten der Tunnel und die Zugänge wegen der geplanten Oberflächengestaltung ohnehin komplett rückgebaut werden. Die "Restnutzungsdauer" veranschlagt das Baureferat bis Ende 2022. Bis dahin sei keine "den sicheren Fußgängerbetrieb entgegenstehende Parallelnutzung möglich".

© SZ vom 14.01.2021 / smüh
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