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Maxvorstadt:Blaupause aus dem Rathaus

Die Grüne Svenja Jarchow gewinnt mit SPD-Hilfe, die CSU übt Kritik

Im Bezirksausschuss des Stadtbezirks Maxvorstadt übernimmt eine Allianz aus Grünen und SPD das Ruder: In einer straffen Sitzung haben die beiden Fraktionen in weniger als einer Stunde alle Ämter in dem Lokalgremium unter sich aufgeteilt. Zur Vorsitzenden kürten 19 der 25 Mitglieder die Spitzenkandidatin der Grünen, Svenja Jarchow. Die 39-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin gehört seit 2014 dem Gremium an und betonte in ihrer Bewerbungsrede den Willen zur konstruktiven Kooperation. "Ich will das mit euch zusammen machen."

Daran mag allerdings die CSU im Gremium, mit fünf Sitzen gleichauf mit der SPD, nicht glauben, wie in der Sitzung deutlich wurde. Der neu gewählte Christsoziale Michael Laub warf dem grün-roten Bündnis "autoritäres Vorgehen" vor. Es sei "schädlich für die demokratische Kultur im Stadtbezirk", die CSU von allen Posten auszuschließen. Er appellierte, seinen Fraktionskollegen Christian Krimpmann, der die vergangenen sechs Jahre den BA geleitet hatte, zum stellvertretenden Vorsitzenden zu machen. Doch der 42-Jährige scheiterte, ebenso unterlag Lea Bosch bei dem Versuch, zumindest als Beisitzerin im Vorstand vertreten zu sein. "Das ist schädlich. Es geht nicht um Beteiligung, sondern um Ausgrenzung", sagte Krimpmann sichtlich verärgert im Gespräch mit der SZ.

Es hatte sich abgezeichnet, dass Jarchow die einzige Kandidatin für den Vorsitz sein würde. Die Maxvorstädter Grünen erreichten mit 48,2 Prozent stadtweit das beste Ergebnis bei den Bezirksausschusswahlen - und verpassten mit zwölf Sitzen haarscharf die absolute Mehrheit. SPD und CSU, Partner der vergangenen zwölf Jahre, bekamen keine Mehrheit zustande, auch mit den Einzelkämpfern von FDP und FW/ÖDP nicht, die nun eine Ausschussgemeinschaft bilden. So fand sich ein Bündnis wie im Rathaus zusammen. "Es war eine bewusste Entscheidung, den Vorstand grün-rot entsprechend der Stadtratskoalition zu besetzen", sagt SPD-Fraktionssprecherin Katharina Blepp; Jarchow verweist auf "gemeinsame inhaltliche Schnittmengen mit der SPD", welche es mit der CSU "nur marginal" gebe. Die SPD ist im Vorstand mit Gesche Hoffmann-Weiss, zweite stellvertretende Vorsitzende, und Georg Fleischer als Beisitzer vertreten. Felix Lang leitet einen Unterausschuss, die drei anderen die frisch gewählten Grünen Sigrid Eck, Florina Vilgertshofer und Georg Jakob. Vize-Vorsitzender ist Gerhard Pischel, Kassier Sabine Thiele.

© SZ vom 14.05.2020

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