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Verkehr:Es staut sich auf der Maximilianstraße

Lange Staus sind keine Seltenheit mehr in der Maximilianstraße, seit die Tramgleise dort erneuert werden.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Wegen Arbeiten an den Tramgleisen staut sich derzeit der Verkehr auf der Maximilianstraße.
  • Die Grünen und die Rosa Liste wollen im Stadtrat sogar beantragen, dass die Straße während der Bauarbeiten gesperrt wird.
  • Das Vorhaben hat zwar keine Aussicht auf Erfolg, dennoch will Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle die Situation verbessern.

Es ist ein neuartiges Schauspiel, das derzeit vor allem vormittags und am frühen Abend vor dem Nationaltheater am Max-Joseph-Platz zu beobachten ist: Autos, die vom Altstadtring kommen, rollen im Schneckentempo an der Oper vorbei, drehen dann am Platz um und rollen im Schneckentempo dann wieder zurück Richtung Ring. Die Radler sind vom Stau dermaßen an den Rand gedrängt, dass viele von ihnen auf den Fußgängerweg ausweichen.

Normalerweise stockt der Verkehr in der Maximilianstraße nur vor und nach Opern- oder Theateraufführungen, weil viele Besucher in der 500 Stellplätze fassenden Tiefgarage am Max-Joseph-Platz parken wollen.

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Ansonsten fließt der Verkehr normal und hält sich in überschaubaren Grenzen. Seit die Stadtwerke dort die Tramgleise erneuern, staut es sich allerdings häufiger in der Maximilianstraße. Die Stadtratsfraktion von Grünen und Rosa Liste hat deshalb beantragt, die Straße während der Bauzeit, die sich bis Juni hinzieht, für den privaten Autoverkehr zwischen Altstadtring und Alfons-Goppel-Straße zu sperren. Lediglich Anwohner sollten schnell und unbürokratisch Zufahrtsberechtigungsscheine erhalten können.

An diesem Dienstag wird der Dringlichkeitsantrag im Kreisverwaltungsausschuss behandelt. Große Erfolgsaussichten hat er nicht - zumindest, wenn der Stadtrat der Empfehlung von Thomas Böhle folgt. Denn der Kreisverwaltungsreferent hält eine Sperrung für unverhältnismäßig. Möglicherweise könnten sogar Schadenersatzforderung auf die Stadt zukommen, fürchtet Münchens Ordnungs-Chef. Das Problem: Nicht nur die Opern-Tiefgarage wäre durch ein temporäres Zufahrtsverbot von der übrigen Verkehrswelt abgeschnitten. Auch das Hotel Vier Jahreszeiten und diverse gewerblich genutzte Immobilien wären nicht mehr erreichbar, der gesamte Lieferverkehr müsste draußen bleiben.

Ohnehin lehnt auch die Polizei eine Sperrung ab, weil sie auf Dauer schlicht nicht kontrollierbar sei - was übrigens, wie Böhle zu bedenken gibt, erst recht gilt, wenn es Ausnahmen für Anlieger geben sollte. Denn dann müsste die Polizei jeden einzelnen Autofahrer befragen. Die MVG betont, dass ein Auto-Verbot keine nennenswerte Beschleunigung der Bauarbeiten zur Folge hat.

Wer dem Verkehrstreiben in der Maximilianstraße eine Zeit lang zuschaut, dem erschließt sich der Grund für den Stau: Zum einen gibt es ab der Herzog-Rudolf-Straße auf beiden Seiten der Maximilianstraße keine Parkplätze mehr. Wer zudem am Abzweig der Herzog-Rudolf-Straße vorbeifährt, kommt entweder erst wieder durch die Alfons-Goppel-Straße aus der Maximilianstraße heraus - oder muss an deren Ende umdrehen. Auch Anwohner- und Lieferverkehr, der in die Falkenturmstraße, in die Straße Am Kosttor oder in die Falckenbergstraße will, muss diese Schleife fahren. Wenden zwischendurch oder Linksabbiegen ist nicht möglich, Furten bestehen nur für Fußgänger und Radfahrer.

Böhle will nun mit einigen kleineren Verbesserungen das Baustellengeschehen erträglicher machen. So prüfen die für den Gleisbau zuständigen Stadtwerke, ob in Richtung stadtauswärts eine provisorische Überfahrt für Linksabbieger in die Alfons-Goppel-Straße geschaffen werden kann - dann müssen nicht alle Autos die Kreuzung zum Altstadtring passieren. Zudem soll die Einbahnregelung in der Hildegard- und Hochbrückenstraße geändert werden, damit man auch über diesen Weg ausfahren kann. Beeinträchtigungen werde es trotzdem geben. Das sei bei einer Baustelle dieser Größe nicht anders möglich.

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