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Martinsried:Zukunft der Medizin

IZB

Mehr als 50 Start-ups mit über 700 Mitarbeitern sind derzeit im IZB vertreten, im Bild Russell Golson und Garwin Pichler von der PreOmics GmbH.

(Foto: IZB/oh)

Das Biotech-Zentrum IZB feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einer Festschrift

Von Rainer Rutz, Martinsried

25 Jahre wird das Innovations- und Gründerzentrum für Biotechnologie auf dem Campus in Martinsried heuer alt - ein Anlass zum Feiern für eines der größten Zentren für die so genannten Lebenswissenschaften weltweit. Doch Corona hat auch hier viele Pläne durchkreuzt. Eigentlich sollte im Oktober ein Festzelt aufgestellt werden, prominente Redner aus Wissenschaft und Politik hatte IZB-Chef Peter Hans-Zobel im Visier, auch an eine Ausstellung war gedacht. Stattdessen ist Anfang der Woche jetzt (nur) eine Festschrift erschienen, die es allerdings in sich hat: Auf 360 Seiten wird die Erfolgsgeschichte des IZB erzählt. 70 Biotech-Start-ups werden vorgestellt, Wissenschaftler präsentieren ihre Erfolge und Visionen.

Der Standort, der mit den weltweit führenden Biotech-Zentren in Boston und dem Silicon Valley oft in einem Atemzug genannt wird, war vor 25 Jahren noch ein riesiger Acker zwischen dem Ortsrand von Martinsried und dem Stadtrand in Großhadern mit dem Klinikum der LMU. Dass dort überhaupt ein wissenschaftliches Zentrum dieser Bedeutung gebaut werden konnte, ist vor allem der Gemeinde Planegg zu verdanken, die das Gelände in den Sechzigerjahren nicht als Gewerbegebiet auswies, sondern ausschließlich der Forschung widmete. Das hat sich gelohnt: 160 Gründer hat es seitdem in Martinsried gegeben, einige sind groß geworden - wie Morphosys oder Medigene, und sind in die nähere Umgebung abgewandert. Andere wurden aufgekauft, wieder andere gingen in der Wirtschafts-und Finanzkrise unter.

Auf 26 000 Quadratmetern arbeiten heute in mehr als 50 Start-ups rund 700 Mitarbeiter. In der Festschrift finden sich eine Fülle von Statements der Unternehmer. Sie erklären, warum es sich lohnt, in die Zukunft der Medizin zu investieren. Allein zwischen 2015 und 2020 wurden im IZB Deals im Volumen von mehr als vier Milliarden Euro umgesetzt. Etliche Firmen forschen an schwersten Defekten wie Krebs, Alzheimer oder Autoimmunerkrankungen. Und natürlich ist auch Corona bei einigen Unternehmen ein Thema. So wird zum Beispiel die GNA Biosolutions in den nächsten Wochen einen Covid-19-Schnelltest auf den Markt bringen. Die Eisbach Bio und die Firma Origenis arbeiten an einem Wirkstoff gegen Coronaviren, das Start-up Leukocare entwickelt einen entsprechenden Impfstoff.

In der Festschrift wird natürlich auch der Wissenschafts-Campus, dessen Herzstück das IZB ist, dargestellt: die Max-Planck-Institute für Biochemie und Neurobiologie, die Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität ebenso wie das Klinikum Großhadern oder die Spitzenforschung des Helmholtz-Instituts. Die Broschüre ist nicht verkäuflich. Allerdings kann man sie in der Planegger Bibliothek, dem Planegger Archiv, im Rathaus oder online betrachten: www.izb-online.de/festschrift-25-jahre-izb.

© SZ vom 03.12.2020
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