Eine interessante Kombination: Stefan Aust erhält in diesem Jahr beim Bayerischen Buchpreis den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten Markus Söder. Wer noch an die linken Anfänge des Journalisten denkt, an seine Jahre als Chefredakteur des nicht gerade für seine CSU-Liebe bekannten Magazins Der Spiegel, der wird sich vielleicht etwas über die Entscheidung wundern. Doch längst ist Aust konservativer geworden – zuletzt war er etwa zehn Jahre lang Herausgeber des Springer-Flaggschiffs Die Welt – und damit auch für einen CSU-Ministerpräsidenten anschlussfähig.
In der Begründung der Wahl spielt die publizistische Wandlung Austs ohnehin keine Rolle. Söder würdigt Aust vor allem als Autor, der mit seinen Büchern „den öffentlichen Blick auf die Zeitgeschichte geprägt“ habe. „Ob Terrorismus oder Weltpolitik: Aust dringt mit unverwechselbarer Handschrift zu zentralen Themen unserer Zeit vor und beschreibt Entwicklungen im Gesamtzusammenhang“, so Söder. „Damit regt er Generationen zum Nachdenken an.“
Vor allem Austs Sachbuch „Der Baader-Meinhof-Komplex“ hebt er hervor als „Standardwerk“, das bis heute die Auseinandersetzung mit der RAF nachhaltig bestimme. Überhaupt: „Stefan Aust ist ein streitbarer Geist und viel gelesener Buchautor, der zeigt, dass bedeutsame Bücher von Neugier, Beharrlichkeit und dem Mut zur eigenen Überzeugung leben.“ Verliehen wird der Preis am 29. Oktober in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz.

