Doku-Spielfilm über Maria-Theresia:Die fromme Judenhasserin

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Eine Regentin, die das Geschehen in Europa maßgeblich beeinflusste: Filmstill aus "Maria Theresias dunkle Seite - Die Vertreibung der Juden aus Prag" von Monika Czernin. (Foto: Oliver Indra)

Die Habsburger Regentin vertreibt gnadenlos die Juden aus Prag und widersetzt sich der Aufklärung. Monika Czernin hat darüber einen Film gedreht - und an ein Tabu gerührt.

Von Martina Scherf

Wer schreibt Geschichte? Die Mächtigen oder jene, die am Rande stehen? Was prägt den Blick heutiger Generationen auf ihre Vorfahren? Die preisgekrönte Autorin und Filmemacherin Monika Czernin widmet sich mit Vorliebe historischen Stoffen - und sie holt dabei immer wieder Menschen und Themen ans Licht, die andere leicht übersehen. Das gilt auch für ihren jüngsten Film "Maria Theresias dunkle Seite - Die Vertreibung der Juden aus Prag". In dem Dokumentar-Spiel schildert sie spannend und eindrucksvoll eine folgenschwere Entscheidung der Habsburger Königin. Maria Theresia, oft glorifiziert, war geschickte Regentin, Mutter von 16 Kindern. Doch auch eine notorische Judenhasserin. Der Film erzählt ein Stück jüdischer Geschichte am Wendepunkt zwischen Aufklärung und Absolutismus. Und ist in einer Zeit der wiedererstarkten Judenfeindlichkeit hoch aktuell.

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