Ruhe ist das Einzige, was Maria nicht hat. Sie ist immer am Auflegen, am Produzieren, am Singen, am Coachen. Und gerade deshalb entschied sie, „die Ruhe“ in ihren Künstlerinnennamen aufzunehmen. Mittlerweile ist Maria Die Ruhe seit zehn Jahren in der Electro-Szene unterwegs und hat sich als Größe etabliert. Zeit, die letzten Jahre Revue passieren zu lassen und sich auf das Moyn Festival im Bahnwärter Thiel am 13. März zu freuen.
Ob an den Reglern oder in Musikvideos – Maria Die Ruhe ist eine Künstlerin, die empowert. Die mit ihren Texten Themen wie Diversität und Body Image anspricht und damit ihrem tanzbaren, melodischen Electro mehr Tiefe gibt.
„Musik ist meine wichtigste Ausdrucksform“, sagt Maria. Ihre Musik soll für Menschen da sein, um auf einer Party eine gute Zeit zu haben. „Aber wenn ich darüber hinaus mit meinen Inhalten auch etwas anstoßen kann – dann bedeutet mir das sehr viel.“ Dann hat sie das Gefühl, dass die Zeit und Energie, die sie in ihre Musik gesteckt hat, einen Sinn hat. Und dieser Weg ist wirklich weit. Maria wuchs in einer Arbeiterfamilie in Thüringen auf. In diesem Umfeld Jazz zu studieren, ist nicht gerade einfach. „Ich bin überhaupt keine klassische Akademikerin. Ich habe mich damals einfach entschieden, Musik zu studieren, weil ich etwas brauchte, das meinem Leben wirklich Sinn gibt und womit ich mich beschäftigen konnte.“
Die Musik und ihre Stimme sind Marias Konstanten im Leben, die vielleicht für doch etwas innere Ruhe sorgen – erst 2025 wurde bei ihr ADHS diagnostiziert. Nach ihrem Studium machte sie viele Messe- und Servicejobs, um Geld für ihr Equipment zu verdienen, 2014 begann Maria, eigene Tracks zu produzieren, und seit 2016 spielt sie live und veröffentlicht Musik. „Die Stimme war dabei immer präsent. Bis heute habe ich keinen Track ohne Stimme veröffentlicht.“
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Die Tracks haben sich über die Jahre verändert. Maria Die Ruhe hat immer viel ausprobiert und ist mutiger, konkreter, authentischer, lebendiger und einfacher geworden. „Als ich angefangen habe, war meine Musik oft viel zu kompliziert und chiffriert. Das kam wahrscheinlich auch vom Jazz.“ Maria wollte sich selbst beweisen, dass sie es draufhat, und produzierte ständig. „In dieser Zeit habe ich alles getan, außer zu leben.“ Es folgten Burn-outs, im Stillen. „Heute ist mir wichtig, Dinge so klar wie möglich zu sagen – auch musikalisch.“ Ihr Anspruch heute: immer minimalistischer zu werden. Und: auf sich selbst zu schauen und achtsamer zu sein – gerade im Hinblick auf ihre Krebserkrankung, gegen die sie seit November 2025 kämpft.
Derzeit arbeitet Maria Die Ruhe an einem Album mit dem Arbeitstitel „Lessons in Lust“, in dem sie Lust, Freude und Lebensfreude erforscht. Außerdem hat sie die Labels Reduced to the Root und Exoframe gegründet – auch, um andere Künstler und Künstlerinnen zu veröffentlichen, die sie spannend findet – und coacht Artists. Nach Ruhe hört sich das nicht an. Daher stehen nun Sonne, Freunde, Familie und vielleicht sogar ein Urlaub an. „Das wäre tatsächlich eine echte Herausforderung.“
Moyn Festival mit Maria Die Ruhe, Freitag, 13. März, 22 Uhr, Bahnwärter Thiel

