Mamasita Chicken Wings unter der Diskokugel

Typisches mexikanisches Gericht: "Burritos con pollo".

(Foto: Stephan Rumpf)

Erst essen, dann feiern - so lautet das Konzept vom Mamasita am Isartor. In dem schicken Tex-Mex-Lokal treffen sich partywütige Singles zum Tanzen und Flirten, nur das Essen bleibt auf der Strecke.

Von Beate Wild

Am Eingang bekommen wir einen Gutschein für einen Begrüßungs-Cocktail in die Hand gedrückt. "Gibt's oben an der Bar", sagt der Türsteher und grinst. Von Anfang an wird klargestellt: Das Mamasita am Isartor ist kein Restaurant, in dem man gediegen isst, sondern eine Party-Location, in der man auch essen kann.

Seit Mai 2011 gibt es den schick eingerichteten Tex-Mex-Schuppen. Kommt man rein, fällt einem sofort die überdimensionale Diskokugel auf, die direkt über der Tanzfläche hängt. Nachdem wir uns den Begrüßungscocktail geholt haben (irgendwas mit Aperol), nehmen wir strategisch günstig an einem der Tische auf der Galerie im ersten Stock Platz, von dem aus wir das Treiben unten gut beobachten können.

Auf der Speisekarte gibt es Gerichte wie Caesar Salad, Chicken Wings, verschiedene Pasta-Variationen, Chili con Carne, Tortillas, Burger, Steak und Pizza. Also sämtliche Klassiker, die man in einem Tex-Mex-Restaurant erwartet. Wir wählen Burger und Rindersteak. Dazu einen trockenen Weißwein, einen Lugana (0,2 l für 6,90 Euro).

Der Cheeseburger kommt mit 180 Gramm Angus Rinderhack, Tomaten, Gurken, Salat und Käse (11,90 Euro). Dazu gibt es Pommes Frites. Der Burger schmeckt frisch und saftig und stellt uns rundum zufrieden. Die Pommes sind etwas labberig, aber durchaus geschmackvoll. Und da die Portion wirklich riesig ist, sind wir - obwohl wir richtig hungrig waren - nach dem Vertilgen mehr als satt.

Das Rindersteak "Angus Vacuno" wurde auf dem Lavagrill zubereitet und wird serviert mit Rosmarinkartoffeln, Speckbohnen, Kräuterbutter und einem kleinen gemischten Salat. Die Variante mit 300 Gramm kostet stolze 19,50 Euro. Bei dem Preis sind die Erwartungen entsprechend hoch, doch leider werden wir enttäuscht. Das Fleisch ist nicht wie bestellt "medium", sondern völlig durchgebraten. Es schmeckt trocken und zäh. Die Beilagen sind dagegen einwandfrei, doch sie reißen das Gericht auch nicht mehr heraus. Unsere Vermutung ist, dass das nicht nur am Koch alleine, sondern auch an der Qualität des Fleisches liegen muss.

Während wir noch mit dem Essen kämpfen, füllt sich unten die Tanzfläche schon mit spaßwilligen Gästen, die nach den üppigen Portionen etwas Bewegung brauchen. Ein Partyhit jagt den nächsten. Von Backstreet Boys über Katy Perry bis David Guetta ist alles dabei, was man heute auf Mainstream-Partys so auflegt. Die Gäste - die Mehrzahl offenbar Singles zwischen 20 und 35 Jahren - haben sichtlich Spaß daran. Alle, Frauen wie Männer, sind ziemlich aufgebrezelt und pflegen diesen cleanen Miami-Style, den man in München sonst vielleicht nur noch im Pacha oder in der 089 Bar findet. Und es wird geflirtet auf Teufel komm raus.

Da wir uns nicht dazu durchringen können, zu dieser Musik ebenfalls das Tanzbein zu schwingen, beschließen wir, weiterzuziehen. Doch das gestaltet sich langwieriger als gedacht. Wir müssen uns erst einmal auf die Suche nach unserer Bedienung durchs ganze Lokal begeben, nachdem sie an unserem Tisch einfach nicht mehr aufgetaucht ist. Nach einer halben Stunde haben wir dann endlich bezahlt.

Wir drängeln uns vorbei an tanzenden Körpern, hinaus in die Nacht. "Bis bald", ruft uns der Türsteher noch nach. Möglicherweise können wir ihm diesen Wunsch nicht so schnell erfüllen.

Münchner Burgersinn

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