Wenn am 15. März in Los Angeles die Oscars verliehen werden, dürften nicht nur die Nominierten nervös sein. Schließlich hat ein Oscargewinn direkte Auswirkungen aufs Geschäft: Das Publikum möchte die Gewinnerfilme sehen, die Kinos nehmen sie (erneut) ins Programm. So auch in München, wo man Oscar-Favoriten wie One Battle After Another, Blood & Sinners, Sentimental Value, Marty Supreme oder Hamnet wieder auf der großen Leinwand sehen kann.
Für einen Golden Globe nominiert war Richard Linklaters wunderbare Komödie Nouvelle Vague; sie reist zurück ins Paris des Jahres 1959, wo ein Jungregisseur namens Jean-Luc Godard seinen ersten Spielfilm drehen will. In München zu sehen ist dieser neue Film derzeit im City, Arena, Theatiner oder Studio Isabella. Im Theatiner gibt es zudem weitere Klassiker der französischen Nouvelle Vague wie Jules & Jim oder Les 400 coups – Sie küssten und sie schlugen ihn zu sehen. Das Arena zeigt mit A bout de souffle – Außer Atem die direkte Vorlage zu Linklaters Film.
Das Filmmuseum hat erst kürzlich sein neues Programm vorgestellt, bereits angelaufen sind die Reihen zu Marilyn Monroe, Agnès Varda oder den Puppentrickfilmen. Ab 19. März finden zudem die Architekturfilmtage statt, zum Auftakt werden mit „O primeiro Siza“ (über das erste Bauwerk des portugiesischen Architekten Álvaro Siza Viera) und „Tower House“ (über ein Turmhaus in Tokio) zwei Dokumentarfilme gezeigt. In den Tagen darauf gibt es auch Spielfilme zu sehen: In „L’inconnu de la Grand Arche“ geht es um den Architekten eines modernen Pariser Triumphbogens. Der Italiener Davide Ferrario erzählt in „Dopo mezzanotte“ die Geschichte eines Nachtwächters im Turiner Filmmuseum, von seiner Vorliebe für Stummfilme und einer Begegnung mit einer jungen Frau.

Am 16. und 17. März ist der Hamburger Filmemacher Philipp Hartmann zu Gast in München. Im Werkstattkino zeigt er seine Argentinier-Trilogie, drei Filme zwischen dokumentarischer und fiktionaler Form, jeweils mit dem argentinischen Filmkritiker und Moderator Roger Koza vor der Kamera. Die Filme sind offen und kollaborativ in ihrer Form, sie lassen sich von ihren Figuren leiten und erzählen von Freundschaft und Cinephilie.
Eine leidenschaftliche Liebe zum Kino pflegt auch Edgar Reitz: Der mit seinen „Heimat“-Filmen weltbekannt gewordene Münchner entwirft in seinem jüngsten Spielfilm Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes ein facettenreiches Porträt des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz (gespielt von Edgar Selge). Der Film lief vor einem halben Jahr im Kino, am 17. März ist er in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (am Max-Joseph-Platz) zu sehen. Der Eintritt ist frei, der Regisseur und sein Hauptdarsteller werden bei der Vorstellung anwesend sein.

Regiebesuch hat sich auch im Werkstattkino angesagt: Lea Hartlaub stellt am 24. März ihr Filmexperiment SR vor, dieses verspricht „eine Welterzählung über Kontinente und Jahrhunderte hinweg“. Im Maxim Kino in Neuhausen sind am 19. März die Protagonistinnen aus Mein neues altes Ich zu Gast, ein Dokumentarfilm über das Mysterium der Menopause. Am 15. März kommt Caroline Link ins Breitwand Kino Starnberg: Sie zeigt ihren ersten Spielfilm Jenseits der Stille, der 1998 für einen Oscar nominiert war und hierzulande ein Millionenpublikum in die Kinos lockte. Anlass für dieses Filmgespräch ist die Reihe „40 Jahre Kino Breitwand“, dazu werden das ganze Jahr über Filme aus vier Jahrzehnten gezeigt.
Ins Jahr 1990 geht es am 16. März im Mathäser Filmpalast: An diesem Tag findet die Premiere des Dokumentarfilms Ein Sommer in Italien statt; darin geht es um die gewonnene Fußball-WM vor 36 Jahren. Auf dem roten Teppich angekündigt haben sich die Helden von damals, Stars wie Lothar Matthäus, Pierre Litbarski, Jürgen Klinsmann, Klaus Augenthaler oder Rudi Völler. Drei Tage später läuft der Film bundesweit in den Kinos an.

