Prozess vor dem Landgericht32-Jähriger soll mit Luxusautos mehr als eine Million Euro ergaunert haben

Lesezeit: 2 Min.

Der Mercedes-Benz, Typ S 680 Guard, ist ein gepanzertes Luxusfahrzeug, gewissermaßen eine rollende Festung etwa für Staatschefs.
Der Mercedes-Benz, Typ S 680 Guard, ist ein gepanzertes Luxusfahrzeug, gewissermaßen eine rollende Festung etwa für Staatschefs. (Foto: Tom Koenig/Daimler AG)

Der Jungunternehmer verkaufte Fahrzeuge von Lamborghini, Ferrari und Mercedes-Benz – die gehörten ihm aber gar nicht. Manchmal genügte ein Anruf, um die Geschäfte einzufädeln.

Von Andreas Salch

Maximilian H. soll Autos verkauft haben, die ihm gar nicht gehörten. Allem Anschein nach war dies ein recht einträgliches Geschäft. Denn der gerade mal 32 Jahre alte Jungunternehmer soll auf diese Weise mehr als eine Million Euro ergaunert haben. Bei den Fahrzeugen, mit denen H. handelte, ging es sich nicht um gängige Typen, sondern um Luxusautos. Lamborghini, Ferrari, Mercedes-Benz. Doch der Schwindel flog auf. Betrug in drei Fällen legt die Staatsanwaltschaft dem 32-Jährigen zur Last, der sich jetzt vor der 8. Strafkammer am Landgericht München I verantworten muss.

Zum Prozessauftakt legte Maximilian H. ein Teilgeständnis ab. Was er mit dem Geld aus dem Verkauf der Boliden gemacht hat, dazu sagte er zunächst nichts. Und auch nicht zu seinem Motiv. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft war H. von Anfang März 2020 bis Ende 2024 alleiniger Geschäftsführer einer GmbH. Das erste mutmaßlich krumme Geschäft soll er im Juni 2023 abgewickelt haben. H. soll dabei nicht weniger als 360 000 Euro verdient haben. Der Wagen, um den es ging: ein Lamborghini Urus Performante MY 23, angeblich das schnellste SUV auf dem Markt. Höchstgeschwindigkeit 306 Kilometer pro Stunde. Der Wagen stand in einem Münchner Nobel-Autohaus.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge genügte ein Anruf von H. bei dem Autohändler in München, um das Geschäft mit der Luxuskarosse einzufädeln. Am 12. Juni 2023 soll H. einen Mitarbeiter des Unternehmens angerufen und erklärt haben, er habe einen Kaufinteressenten für den Lamborghini, dem er das Fahrzeug gerne vorführen wolle. Der Mitarbeiter des Münchner Autohändlers vereinbarte daraufhin mit H., dass dieser am besten gleich einen Transporteur schicken solle. Dieser solle den Lamborghini abholen und am Abend wieder zurückbringen.

Was der Mitarbeiter allerdings nicht wusste: Maximilian H. hatte den Lamborghini der Anklage zufolge bereits Ende Mai 2023 für 360 000 Euro an eine Firma in Tschechien veräußert. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Transporteur, der den Lamborghini am 12. Juni 2023 in München abholte, auch nicht um einen Mitarbeiter von Maximilian H. Vielmehr kam der Fahrer des Transporters, der den Lamborghini verlud, von der Firma in Tschechien und glaubte, dass alles seine Richtigkeit habe.

Nur vier Wochen nach diesem Geschäft soll Maximilian H. eine Firma in Frankfurt am Main auf den Leim gegangen sein. In diesem Fall ging es um einen Mercedes-Benz, Typ S 680 Guard. Dabei handelt es sich um ein gepanzertes Luxusfahrzeug, gewissermaßen eine rollende Festung für Staatschefs, VIPs und andere besonders gefährdete Personen. Dem Interessenten in Frankfurt soll H. wahrheitswidrig versichert haben, dass er den Wagen in der Mercedes-Benz-Niederlassung in Bern bestellt und angezahlt habe. In Wirklichkeit soll der 32-Jährige das Auto aber nur bestellt haben. Da die Schweizer darauf bestanden, den Mercedes erst dann zu liefern, wenn der Betrag vollständig bezahlt sei, überwies die Frankfurter Firma an Maximilian H. alles in allem 558 500 Euro. Die rollende Mercedes-Festung kam jedoch nie in Frankfurt an.

Nicht viel besser soll es einer Autofirma im Landkreis München ergangen sein, die unter anderem Ferraris verkauft. Sie hatte mit Maximilian H. im November 2023 einen Vermittlungsvertrag über die Lieferung von zwei Ferrari Purosangue in Höhe von 65 000 Euro abgeschlossen. Maximilian H. lieferte die Fahrzeuge nicht, soll aber die Provision behalten haben. Ein Urteil in dem Prozess wird für Anfang Juli erwartet.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur Startseite

Gastronomie
:Die Gentrifizierung erreicht Münchens Dachterrassen

Einen Drink in luftiger Höhe genießen, das ist in der Stadt immer häufiger möglich. Doch der Zutritt ist oft teuer oder nur für ausgewählte Gäste. Ein Streifzug über Dächer, auf denen sich Menschen in Polohemden oder mit perfektem Make-up tummeln.

SZ PlusVon Jacqueline Lang

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: