GastronomieWie aus einem ehemaligen Klohäuschen ein Café wird

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Marlit Pfeiffer (li.) und Laura Steinke sind zwei der drei Pächterinnen des ehemaligen Klohäuschens am Luise-Kiesselbach-Platz.
Marlit Pfeiffer (li.) und Laura Steinke sind zwei der drei Pächterinnen des ehemaligen Klohäuschens am Luise-Kiesselbach-Platz. (Foto: Robert Haas)

Das geplante Café Backsteinchen soll den Luise-Kiesselbach-Platz beleben: Warum die Pächterinnen jetzt erst mit der Sanierung beginnen durften, was geplant ist und wann es eröffnen soll.

Von Jacqueline Lang

Endlich passiert etwas am Luise-Kiesselbach-Platz: Das ehemalige Klohäuschen aus rotem Backstein hat sich nach vielen, vielen Monaten des Wartens endlich in eine Baustelle verwandelt. Das bedeutet: Wenn ab jetzt alles einigermaßen nach Plan läuft, dann können Marlit Pfeiffer sowie die Schwestern Alexa und Laura Steinke ihr Café Backsteinchen samt Dachterrasse dort im Frühjahr 2026 eröffnen.

Die drei Pächterinnen, die auch das Café Steinchen in Laim betreiben, hatten bereits seit Monaten auf eine Genehmigung der Stadt gewartet. Eigentlich hatten sie gehofft, in diesem Jahr die Eröffnung feiern zu können. Immerhin hätten sie, so Laura Steinke, ihren Bauantrag bereits Anfang 2023 eingereicht und, nun ja, „jetzt ist halt 2025“, fasst sie am Telefon trocken zusammen. Warum die Genehmigung so lange auf sich hat warten lassen, obwohl das Häuschen gerade mal rund 30 Quadratmeter groß ist, Steinke weiß es nicht.

Bevor aus dem roten Backsteinhäuschen einmal ein Café werden kann, muss es erst einmal entkernt und saniert werden.
Bevor aus dem roten Backsteinhäuschen einmal ein Café werden kann, muss es erst einmal entkernt und saniert werden. (Foto: Robert Haas)

Sie weiß nur: Während der langen Wartezeit haben sie und die anderen des Öfteren darüber nachgedacht, es bleibenzulassen. Immerhin gab es in der Zwischenzeit immer wieder Anfragen für andere Projekte, die sie wegen des Cafés Backsteinchen alle abgesagt haben. Als dann monatelang nichts passiert sei, sei der Frust gelegentlich doch recht groß geworden, so Steinke. Zumal sie auch von anderen eher unkonventionellen Projekten weiß, die am Ende nicht zustande kamen. Steinke sagt aber auch: „Wir glauben an den Standort.“ Die vielen Anfragen von Anwohnenden hätten sie zudem bestärkt.

Warum die Erteilung der Baugenehmigung so lange gedauert hat? Ein Pressesprecher der Stadt teilt mit: Ein „erhöhtes Arbeitsaufkommen“ bei der Lokalbaukommission habe zu einer „etwas längeren Laufzeit der Baugenehmigung für das Café geführt“. Zudem seien bei dem Vorhaben aufgrund „der hier vorliegenden besonderen planungsrechtlichen Situation zusätzliche Klärungen und Abstimmungen“ erforderlich gewesen.

Denn auch wenn man gemeinhin annehme, dass sich das Klohäuschen in der Stadt befinde, aus planungsrechtlicher Sicht sei es dennoch als „Außenbereich zu beurteilen“. Ergo: „Für das an sich begrüßenswerte Vorhaben musste daher – in Abstimmung mit weiteren städtischen Dienststellen – nach Wegen gesucht werden, wie eine Genehmigung erteilt werden kann.“ Dass es eine gute Sache ist, den Luise-Kiesselbach-Platz zu beleben, darüber bestand also immer Einigkeit, nur an der Umsetzung hat es etwas gehapert.

Steinke und ihr Team jedenfalls sind fleißig, seit sie den Bescheid erhalten haben. Seit gut drei Wochen wird das Backsteinhäuschen von ihnen entkernt, bald sollen die ersten Fachfirmen mit der Arbeit beginnen. Die Kanalisation muss zum Beispiel einmal komplett erneuert werden, der Toilettencontainer wurde bereits angeliefert. Und, das verrät Steinke: Gestalten werden ihn die Streetart-Künstler Lion Fleischmann und Matthias Mross. Die beiden rücken voraussichtlich im September mit der Farbe an.

Und noch etwas kündigt die Café-Betreiberin in spe bereits an: Wenn im Winter auf dem Luise-Kiesselbach-Platz der alljährliche „Christkindlmarkt unterm Maibaum“ stattfindet, wird das Café Backsteinchen wohl mit einem „Glühwein-Baustellenverkauf“ dabei sein.

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