Lufthansa steht der nächste Streik ins Haus: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa und ihrer Zubringergesellschaft Cityline für Freitag zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. Am 10. April sollen von
0.01 Uhr bis 22 Uhr alle Abflüge der Lufthansa an den Flughäfen in München und Frankfurt bestreikt werden, wie Ufo am Mittwochabend ankündigte. Im selben Zeitfenster sollen die Kabinenbeschäftigten der Cityline in München und an acht weiteren deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen.
Wie sich die Streiks am Münchner Flughafen konkret auswirken werden, wie viele Starts oder Landungen gestrichen werden müssen, dazu machte die Lufthansa am Donnerstagnachmittag keine Angaben. Für Freitag wären 240 Lufthansa-Flüge von München aus geplant, wie dem Flugplan zu entnehmen ist. Ein großer Teil davon war schon am Donnerstag als annulliert gemeldet. Die 32 potenziell vom Streik betroffenen City-Flüge standen im Flugplan noch unter der Rubrik „geplant“.
Man versuche, so viele Flüge wie möglich von anderen Airlines der Lufthansa Group und Partner-Airlines durchführen zu lassen, teilte die Lufthansa mit. Wer von Flugstreichungen oder Umbuchungen betroffen sei, habe spätestens Donnerstagmorgen per E-Mail eine Info über die aktuelle Situation erhalten.
Wie viele Flüge letztlich ausfallen, hängt von der Streikbeteiligung des Kabinenpersonals ab. Bei Urabstimmungen hatte Ende März die große Mehrheit der Befragten für Streik votiert. Die Lufthansa kritisierte diesen als unverhältnismäßig und forderte Ufo zu erneutem Dialog auf, nachdem die bisherigen Gespräche gescheitert waren.
Von der Gewerkschaft hieß es, die Arbeitgeberseite habe sie weder in den Verhandlungen über verbesserte Arbeitsbedingungen für die etwa 19 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Lufthansa bewegt noch bei jenen über den Sozialplan für die circa 800 Beschäftigten der vor der Schließung stehenden Cityline. „Diese Situation wäre vermeidbar gewesen – die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, sagte Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger mit Blick auf das Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag für die Lufthansa. Gefordert werden etwa bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. „Wenn sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt, müssen wir sie dazu bewegen“, sagte er.
Der Arbeitskampf bei gleich zwei Flugbetrieben treffe die Fluggäste mitten im Rückreiseverkehr am Ende der Osterferien besonders hart, teilte die Lufthansa mit. „Tragfähige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden, Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben.“
Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten die Lufthansa bereits Mitte Februar am selben Tag bestreikt, was damals auch in München zu Hunderten Flugausfällen führte. Die Piloten machten Mitte März erneut Druck mit zwei Tagen Arbeitskampf – auch dieser Tarifkonflikt schwelt noch.

