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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Zuerst kommen die Festhallen

Auf der Theresienwiese haben die Vorbereitungen für das Oktoberfest begonnen. Die Auf- und Abbauzeiten werden heuer um jeweils eine Woche verlängert. Radler und Fußgänger können den Platz vorerst noch queren

Noch ist erst Anfang Juli, doch in der Stadt werden schon die ersten Vorbereitungen für das Oktoberfest sichtbar. Am Montag hat der Aufbau auf der Theresienwiese begonnen. Trotz des Widerstands der Anwohner, die die alljährlichen Einschränkungen durch die Bauarbeiten und das Fest leid sind, wurden heuer nach einem entsprechenden Beschluss des Wirtschaftsausschusses die Auf- und Abbauzeiten um jeweils eine Woche verlängert. Die Gewerbeaufsicht, die Berufsgenossenschaft und der Sicherheitskoordinator für die Baustelle hatten dazu geraten, die Stadtrats-CSU einen entsprechenden Antrag gestellt. Einhellige Meinung sei, dass die Sicherheit durch eine Verlängerung deutlich profitiere, hieß es im Referat für Arbeit und Wirtschaft, welches für Veranstaltungen in München zuständig ist.

Doch es gibt auch gute Nachrichten für Anwohner und all jene, die häufiger über die Theresienwiese müssen. Denn der Südteil soll für Radfahrer und Fußgänger vorerst offen bleiben. Zumindest bis zu den Sommerferien soll es möglich sein, den Platz von Süden nach Norden und von Westen nach Osten zu queren - ohne zeitliche Einschränkungen. Damit ist die Stadt auf eine Forderung der benachbarten Bezirksausschüsse (BA) eingegangen. Auch aus diesem Grund haben die Gremien zumindest für dieses Jahr eingelenkt. Die Sendlinger haben zudem gefordert, dass die südliche Furt auch nach dem Ende der Wiesn am 6. Oktober schnellstmöglich für Fahrradfahrer freigemacht und gereinigt wird.

Fundamente für die großen Festzelte: Die Theresienwiese wird in den kommenden Wochen wieder zur Großbaustelle.

(Foto: Robert Haas)

Die Verlängerung der Auf- und Abbauzeiten ist ausschließlich für die 14 Festhallen vorgesehen. Die Vorbereitungen für die Oide Wiesn, die es heuer wieder geben wird, sollen erst in drei Wochen starten. Und sie soll auch zwei Wochen vor den gastronomischen Großbetrieben wieder abgebaut sein. Mitte August kommen dann die kleinen Betreibe dazu: Hühnerbratereien, Kaffeezelte, Wurstimbisshallen, Ende August die Achterbahnen und Riesenräder, Anfang September werden die Geisterbahnen und Kettenflieger aufgebaut, ebenso die Rutschbahnen und Autoscooter. Alle übrigen Schaustellerbetriebe sind dann von 9. September an dran, nach und nach, zum Schluss die Brotstände.

In diesem Jahr sollen die Sonn- und Feiertage beim Oktoberfest-Aufbau eingehalten werden. Die Bürgerversammlung in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hatte dies im November gefordert. Anlass waren 2018 die Arbeiten eines Nachunternehmers, der auch eine Ausnahmegenehmigung bekommen hatte. Die Bürgerversammlung hatte auch die Einhaltung der Nachtruhe gefordert. Bei der Stadt hieß es dazu, dass in der Nachtzeit von 20 bis 7 Uhr geringere Lärmrichtwerte gelten würden als tagsüber. Ein generelles Verbot von Nachtarbeiten sehe die Vorschrift jedoch nicht vor.

Ein generelles Verbot von Nachtarbeiten gibt es nicht: Laut Stadt soll es auf der Wiesn-Baustelle von 20 bis 7 Uhr jedoch ruhiger zugehen als tagsüber

(Foto: Robert Haas)

Mobile Toiletten soll es außerhalb der Wiesn in den Straßen nicht geben (auf der Wiesn selbst gibt es dagegen rund 1400 "Sitzplätze" und einen Kilometer "Stehplätze" in elf Anlagen und 20 Containern). Und im Umfeld des Oktoberfestes ist auch heuer keine An- und Abfahrtszone für Busse geplant. Denn dann könne es sein, dass diese Orte zu An- und Abreisestellen für Reisebusse "umgewandelt" würden. Im vergangenen Jahr seien ausschließlich 90 Reisebusparkplätze auf der Fläche des Bayerischen Roten Kreuzes in der Hansastraße in unmittelbarer Nähe des Festgeländes ausgewiesen gewesen, heißt es im Referat für Arbeit und Wirtschaft. Die Parkplätze auf dem Viehhof waren wegen der Bauarbeiten für das Volkstheater schon 2018 weggefallen. Weitere Stellplätze wurden zur Wiesnzeit entlang der Tübinger Straße angeboten. Laut Polizei waren diese Plätze, ausgenommen an den drei Samstagen, ausreichend. Es gab im vergangenen Jahren offenbar auch keine Beschwerden beim Kreisverwaltungsreferat. Anwohner des Kaiser-Ludwig-Platzes hatten allerdings auch im vergangenen Jahr geschildert, wie abholbereite Busse manchmal stundenlang nachts und in zweiter Reihe auf ihre Reisenden warteten und abfahrbereite Reisende auf der Suche nach stillen Örtchen herumirrten, was der Verschmutzung der Anliegergrundstücke Vorschub geleistet haben soll.