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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Sportlich durch die Krise

Bikepolo in München, 2014

Bikepolo auf einem Parkplatz an der Floßlände in Thalkirchen.

(Foto: Robert Haas)

Ende Juni soll die Europameisterschaft im Bikepolo auf der Theresienwiese stattfinden

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Die Veranstalter halten an der ersten Europameisterschaft (EM) im Bikepolo in Deutschland fest. Vom Stadtrat haben sie Zustimmung signalisiert bekommen, in Kürze sollten sie die Zusage aus dem Referat für Arbeit und Wirtschaft für die Nutzung eines Teils der Theresienwiese Ende Juni erhalten. Bei einer Online-Konferenz einigten sich Phil Haarmann, der Vorsitzende des Vereins Bikepolo München, und die Mitorganisatoren darauf, dass sie ihr Konzept umsetzen wollen - "trotz der ganzen Unwägbarkeiten zu Corona-Zeiten".

Sie würden es etwas reduzierter angehen, sagte Haarmann. Auch was die Teilnehmerzahl angehe. Es sei sehr wohl möglich, dass man sich Ende Juni nicht mit ein paar hundert Menschen an einem Ort im Freien aufhalten könne. "Wir harren der Dinge." Doch die Bikepolo-Spieler würden es sehr begrüßen, könnte die EM in München stattfinden, zumal andere Sportereignisse in diesem Jahr weltweit abgesagt werden. "Wir sind ja eine Nischensportart, vielleicht geraten wir so mehr in den Fokus."

Der Münchner Verein wurde 2005 gegründet und ist einer von rund 50 Bikepolo-Vereinen in Deutschland. Der Nischensport findet hierzulande stetig Zulauf. Nach Frankreich kommen inzwischen die meisten Teams bei internationalen Turnieren aus Deutschland.

Beim Bikepolo spielen zwei Dreier-Teams gegeneinander auf einem Spielfeld, 20 auf 50 Meter groß. Wer mit den Füßen den Boden berührt, bekommt eine Zeitstrafe. Das Spielprinzip ist teils ähnlich wie beim Pferdepolo: Der Ball muss ins Tor. Bikepolo ist eine Kontaktsportart, bei der Körpereinsatz wie Schulter gegen Schulter oder Schläger gegen Schläger erlaubt ist. 1897 wurde der erste Verein in England gegründet, damals spielte man auf dem Rasen. Das heutige Hardcourt-Bikepolo wurde in Seattle 1999 "erfunden", es breitete sich dort unter den Fahrradkurieren aus.

Der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, der sich sonst immer wieder gegen Veranstaltungen auf der Theresienwiese ausspricht, ist dem Bikepolo-EM-Projekt gegenüber aufgeschlossen. Die neue Sportart hat auch schon einige Fans: Die 2016 in Neuseeland ausgetragenen Bikepolo-Weltmeisterschaften wurden sogar live übertragen. Ganz anders die jüngste EM in Zürich. Dort sei der Zulauf eher mau gewesen, sagt Haarmann. Er hofft auf den München-Effekt und auch auf die Theresienwiese. Und auf normale Zeiten im Juni - ohne Corona.

© SZ vom 08.04.2020

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