Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Fürs Taubenwohl

Stadtrat legt ein Zehn-Punkte-Programm auf

Von Birgit Lotze, Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt

Kein geeigneter Zugang, ungenügende Statik, der Innenhof und der Bühnenturm könnten verschmutzt werden - auch das Dach des neuen Volkstheaters auf dem ehemaligen Viehhofgelände ist als möglicher Standort für ein Taubenhaus ausgefallen. Vertreter städtischer Referate, der Architekt und die Münchner Volkstheater GmbH haben sich aus den genannten Gründen dagegen entschieden. Erneut eine Enttäuschung für Arne Brach (Grüne), der als Tierschutzbeauftragter im Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt im August den Antrag für das Taubenhaus auf dem Viehhof-Dach initiiert hatte, der jüngste in einer Reihe von Vorschlägen, die sämtlich von den Behörden abgelehnt wurden.

Seit Dienstag schöpfen diejenigen, die sich ums Tierwohl sorgen, allerdings wieder Hoffnung. Der Ausschuss für Klima- und Umweltschutz des Stadtrats hat auf Initiative der ÖDP/Freien Wähler und der Grünen hin, unterstützt von SPD und CSU, ein Zehn-Punkte-Programm mit vielen Unterpunkten verabschiedet, alle darauf ausgerichtet, dass die Stadt sich künftig weit stärker mit den Tauben auseinandersetzt und mehr auf das Tierwohl achtet. So sind als bedenklich eingestufte Vergrämungsmaßnahmen wie der Einsatz von Elektroschocksystemen, geschliffenen Metallspikes und Abwehrgelen im Einflussgebiet der Stadt München ausgeschlossen worden. Brach sieht die Chance, dass die Stadtratsentscheidungen die Basis für einen Plan bieten könnten, der die dringendsten Stellen in der Stadt für Taubenhäuser aufzeigt. Dann soll eine Koordinierungsstelle geschaffen werden. Angesichts der vielen Akteure, die sich des Themas annehmen, sei diese Stelle für alle "ein zentraler Schritt zur Entlastung", findet Brach. Unter den Akteuren, die regelmäßig bei einem Taubenproblem auftreten, sind Referate, Veterinäramt, Tierschutzverein, Hotspot-Erfahrene wie die Deutsche Bahn, hochengagierte Taubenfreundinnen und vermittelnde Tierschützer.

Zunächst sollen die Referate geeignete Standorte suchen, konkret das Alte Rathaus auf ein Taubenhaus hin prüfen. Bei Neubauten und Sanierungen städtischer Gebäude nahe Tauben-Hotspots wird "aktiv" versucht, einen Taubenschlag unterzubringen, auf privaten Grundstücken soll dies unbürokratischer möglich sein. Bis zur Verbesserung der Lage der Tauben wird vierteljährlich ein "runder Tisch Stadttauben" einberufen.

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