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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Es stinkt noch länger

Corona verzögert Start der Abluftreinigung am Schlachthof

Im Bemühen um eine stärkere Eindämmung der Geruchsbelästigungen rund um den Schlachthof müssen sich das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) ebenso wie die betroffenen Anwohner noch in Geduld üben. Zwar hat die Behörde die Installation und Inbetriebnahme eines stationären Abluftreinigungssystems am Schlachthof zum 31. März angeordnet und es sind auch alle Maßnahmen für das konzipierte Abluftreinigungssystem mittlerweile baulich umgesetzt worden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie kann der letzte Schritt - die Inbetriebnahme des komplett installierten Systems - nicht termingerecht vorgenommen werden. Das Fachpersonal der Schweizer Herstellerfirma kann wegen der Grenzschließungen derzeit nicht nach Deutschland einreisen.

Mit der nun eingebauten Abluftreinigung will man den von der Abwasservorreinigungsanlage (Flotationsanlage) der Schweineschlachtung München GmbH (SSM) ausgehenden Gestank wirksam reduzieren. Dieses Abluftreinigungssystem wurde aufgrund eines TÜV-Gutachtens als erforderlich zur Geruchsminimierung rund um das Schlachthofgelände festgelegt. Anhand dieses Gutachtens konnte allerdings auch eine zunächst von manchen Anwohnern befürchtete Gesundheitsgefährdung der Nachbarschaft ausgeschlossen werden.

Die SSM versichert, die Inbetriebnahme unter den gegebenen Umständen so bald wie möglich vornehmen zu wollen. Selbstverständlich blieben die bisherigen provisorischen Maßnahmen zur Geruchsreduzierung bis zur endgültigen Inbetriebnahme des Systems in Betrieb, versichert das Umweltreferat. Weiterhin würden ein Ozonmodul zur Abluftreinigung im betroffenen Brunnenhaus eingesetzt sowie aromatische Duftstoffe (mittels einer Drucksprühanlage) zugesetzt. Zudem werde dem entstehenden Abwasser Wasserstoffperoxid beigefügt. Das Referat will die Anwohnerschaft über den Fortgang weiter informieren.

© SZ vom 31.03.2020 / tek

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