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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Das Licht lässt auf sich warten

Laut und dreckig ist die Paul-Heyse-Unterführung.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Stadt wollte in diesem Jahr die Beleuchtung der Paul-Heyse-Unterführung renovieren, fand aber keine Firma dafür

Für mehr als sechs Millionen Euro sollte die recht düstere Paul-Heyse-Unterführung ausgebaut werden, das hat der Bauausschuss des Stadtrats im November 2017 beschlossen. Doch seitdem hat sich nichts getan - obwohl die Unterführung schon seit vielen Jahren für manchen als "210 Meter des Grauens" gilt. CSU-Stadtrat Richard Quaas, der sich seit Jahren für eine Schönheitskur der Röhre einsetzt, hat sich darüber in einer Anfrage aufgeregt. "Die Sechste! Wann und wie geht es mit dem Schandfleck endlich weiter?" Wieder sei ein Jahr vergangen, und an dem Zustand des Bauwerks habe sich nichts geändert. Die Verzögerungen in der Behandlung "dieses Skandalbauwerks" seien langsam unerträglich. Eigentlich sollte eine umfassende Verbesserung ganz oben auf der Liste stehen.

Die Millionen-Investition sollte vor allem in die Erneuerung der maroden Beleuchtung fließen. Außerdem war im November vor eineinhalb Jahren geplant worden, sie mit hell lackierten Metallpaneelen an den Seitenwänden auszustatten. Die Mittelstützen sollten blau angestrahlt werden. Der Stadtrat fordert seit Jahren immer wieder eine Verschönerung der vor allem für Lärm, abgeplatzte Kacheln und Taubendreck berüchtigten Durchfahrt. Die Unterführung gehört allerdings der Deutschen Bahn, die das Bauwerk für stand- und betriebssicher hält und die immer wieder erklärte, erst 2040 zu wirklichen Investitionen bereit zu sein. Für die Beleuchtung ist jedoch nicht die Bahn, sondern die Stadt zuständig.

Im Baureferat hieß es dazu am Dienstag, dass die Arbeiten eigentlich für die Sommerferien geplant gewesen seien. Doch weil auf die Ausschreibung fristgerecht keine Firmenangebote eingegangen seien, sei dieser Starttermin jetzt flachgefallen. In den vergangenen eineinhalb Jahren seien "umfangreiche Detailplanungen für das Gesamtkonzept durchgeführt" worden, ebenso "Bauwerksuntersuchungen und die exakte Planung der Konstruktionen und Materialien für die Verkleidungselemente, sowie für die Beleuchtungselemente". Auch die Brandschutzanforderungen seien geklärt.