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Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt:Bedenken im Viertel

Auf der Theresienwiese ist eine Corona-Demo angekündigt

Der neue Bezirksausschuss-Vorsitzende Benoît Blaser und seine Fraktion Grüne/Rosa Liste haben große Bedenken wegen der am Samstag auf der Theresienwiese angekündigten Demonstration von Corona-Maßnahmenkritikern. "Wir machen uns ernsthaft Sorgen, wie die Polizei ein Ausufern verhindern will", so Fraktionssprecherin Meike Thyssen bei einer fraktionsinternen Besprechung. Am Samstag habe die Polizei die Demo auf dem Marienplatz, die nur für 80 Menschen genehmigt war und zu der 3000 gekommen waren, aus Gründen der Verhältnismäßigkeit laufen lassen. "Jetzt sind 10 000 angekündigt. Lässt man die auch laufen?" Und, falls nicht: "Werden dann in unserem bunten, friedlichen Viertel Wasserwerfer eingesetzt?"

BA-Chef Blaser war von den Behörden nicht über die geplante Demonstration informiert worden. "Ich bin etwas sprachlos, ich habe davon aus der Zeitung erfahren." Die Demonstration am vergangenen Samstag auf dem Marienplatz habe gezeigt, dass gegen die Corona-Beschränkungen nicht nur normale Bürger auf die Straße gingen, darauf wies Fraktionsspreher Arne Brach hin. Die Proteste würden von einer gefährlichen Mischung aus Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen missbraucht. "Rassismus, Antisemitismus und damit oft einhergehende Ausländer- und Queerfeindlichkeit haben in unserem Viertel keinen Platz."

Der stellvertretende BA-Chef Andreas Klose (Rosa Liste) ist der Meinung, dass Demonstrationen, bei denen ein Ausufern absehbar ist, in der Innenstadt nichts verloren haben. Am Samstag auf dem Marienplatz waren von vielen Teilnehmer die Abstandsregeln missachtet worden. "Solche Veranstaltungen sind es, die alle Erfolge, seien es die Reproduktions- oder Neuinfektionszahlen, zunichte machen."

Die Stadt plant inzwischen, die Zahl der Teilnehmer auf tausend zu beschränken.

© SZ vom 15.05.2020 / lo

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