Auswärtsspiel in MemmingenLöwen-Fans wüten in Zug – Polizei richtet Kontrollstation an Bahnhof ein

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Vandalismus im Regionalzug: Hier haben sich Löwen-Fans ausgetobt.
Vandalismus im Regionalzug: Hier haben sich Löwen-Fans ausgetobt. Bundespolizei

Vor einem Spiel der 1860-Amateure randalieren zahlreiche Fußballfans in einer Bahn. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.

Von Stephan Handel

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Was machen manche Fans des TSV 1860 München an einem Samstagnachmittag, wenn ihre Profi-Mannschaft erst am Sonntag spielt? Sie fahren mit dem Amateur-Team zum Bayernliga-Spiel in Memmingen und mischen Zug und Stadion so auf, dass sie am Abend bei der Rückkehr nach München von einem größeren Polizeiaufgebot erwartet und kontrolliert werden.

Schon auf der Hinfahrt am Nachmittag kam es im Averio-Zug zu Sachbeschädigungen und Verunreinigungen – zumeist durch Aufkleber und Graffiti. Am Memminger Bahnhof zündeten die Löwen-Ultras Pyrotechnik. Und schließlich überrannten sie im Stadion die Einlasskontrollen.

Wegen dieser Vorfälle und der weiterhin aufgeheizten Stimmung weigerte sich der Lokführer des Zuges, ohne Polizeibegleitung zurückzufahren. Daraufhin wurde der Zug auf der Straße von Beamten der Bundespolizei begleitet, auch auf den Bahnhöfen unterwegs stand Polizei bereit. Weil andere Fahrgäste sich verängstigt zeigten, konnten sie in Buchloe unter Polizeiaufsicht den Waggon wechseln oder aussteigen.

Währenddessen baute die Bundespolizei in München am Starnberger Flügelbahnhof eine sogenannte Bearbeitungsstraße auf. Der Zug aus Memmingen wurde auf Gleis 36 umgeleitet, die benachbarten Gleise gesperrt. Der Averio hielt auch nicht, wie eigentlich vorgesehen, in Pasing. Es bestand zudem die Gefahr, dass die Löwen-Fans im Hauptbahnhof auf Anhänger des FC Bayern treffen, die sich nach dem Heimspiel gegen Bochum noch dort aufhielten.

Die Identität von 70 Personen wurde aufgenommen

Als der Zug gegen 21 Uhr eintraf, wurden die Fans in die ehemalige Schalterhalle geleitet. Fahrgäste, die nicht zur Fan-Gruppe gehörten, konnten über eine Durchlass-Stelle den Bahnhof verlassen.

Am Münchner Hauptbahnhof richtete die Polizei eine sogenannte Bearbeitungsstraße ein, um die Identität der Fans festzustellen.
Am Münchner Hauptbahnhof richtete die Polizei eine sogenannte Bearbeitungsstraße ein, um die Identität der Fans festzustellen. Bundespolizei

Bei der anschließenden Identitätsfeststellung der Fans verhielten diese sich ruhig und kooperativ. Die Personalien von etwa 70 Personen wurden aufgenommen. Nun soll geklärt werden – unter anderem mithilfe von Bildern aus Überwachungskameras –, wer für welche Taten verantwortlich gemacht werden kann. Des Weiteren wurden Sticker, Stifte, Masken, Handschuhe sowie diverse Zahn- und Mundschützer sichergestellt, die von Fans auf dem Weg zur Bearbeitungsstraße weggeschmissen worden waren.

Gegen 23.45 Uhr war die Aktion beendet. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. Der Sachschaden am Zug muss erst noch ermittelt werden. Er wurde außer Dienst gestellt und muss instand gesetzt werden.

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