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Vietnamesisches Restaurant Schwabing "Little Saigon":Kein Haar in der Suppe

Immer neue vietnamesische Restaurants sprießen in München aus dem Boden. Das Little Saigon macht die Gäste schon seit Jahren glücklich. Vor allem mit der Suppe.

Vietnamesen sind die neuen Thais - diesen Eindruck hat man derzeit in München. Überall sprießen vietnamesische Restaurants aus dem Boden. In Schwabing sind in den vergangenen Monaten das Anh Thu, das Co Be und erst kürzlich das gehobene Nguyen in der Georgenstraße neu dazugekommen. Das Little Saigon in der Destouchesstraße ist dagegen ein alter Hase. Gerade dies macht neugierig.

Betritt man das Restaurant, wird man positiv überrascht: Die Einrichtung ist äußerst geschmackvoll. In dem verwinkelten Gastraum stehen die kleinen dunklen Holztische so angeordnet, dass man sich in Ruhe unterhalten kann, ohne von den Gesprächen der Nachbarn abgelenkt zu werden, oder dass man wie auf dem Präsentierteller sitzt. Auf den Fensterbänken sitzen Buddha-Figuren. Ein üppiger Gladiolen-Strauch steht auf einem Beistelltisch.

Die Tische sind dezent dekoriert mit geblümten Servietten, Bastuntersetzer, schwarzen Stäbchen und einem kleinen Schälchen, aus dem man später isst.

Wir merken, wie wir sogleich entspannen, den Alltagsstress vergessen. Nur die Bedienungen machen uns ein wenig nervös, da sie recht hektisch von Gast zu Gast laufen und ihm nur wenig Zeit widmen. Wir rufen einer Kellnerin, die - so zumindest unsere Wahrnehmung - kaum ihre Schritte verlangsamt, unsere Bestellung zu: eine Flasche Sauvignon (18 Euro), eine Flasche Wasser (5,50 Euro), als Vorspeise die Sommerrollen "Goi Cuon" (6,20 Euro) und "Sup Nuoc Dua", eine Kokossuppe mit Garnelen (6,00 Euro).

Die Rollen sind frisch und ordentlich - so wie man sie von den anderen vietnamesischen Restaurants in Schwabing kennt. Anders bei der Suppe. Denn für diese gibt es nur einen Ausdruck: einzigartig. Nach dem ersten Löffel lassen wir uns zu der Bemerkung hinreißen: "Das ist die beste Suppe, die ich je gegessen habe." Die Kokossuppe mit Zitronengras, Chili und Limettenblättchen ist so sanft wie ein warmer Wind, der einen an einem Sommertag umhüllt. Dazu die großen, zarten Gambas, die knackigen Austernpilze! Atemberaubend!

Alles was danach folgt, kann folglich nur schlechter werden. Und das tut es - auch wenn man dies natürlich relativ sehen muss. Denn auch die gebratenen Reisbandnudeln mit Tofu "Hu Tieu Xao Chay" (11 Euro) schmecken ausgezeichnet, der Tofu ist fein mariniert. Nur der Verzehr aus dem kleinen Schälchen bereitet ein wenig Schwierigkeiten, immer wieder fällt eine Nudel gen Tischplatte. Wie gerne würden wir alle Tischmanieren beiseite legen und das Gericht direkt aus der Servierschale verzehren!

An der Ente mit Kokosmilch-Soße "Vit Xao Nuoc Dua" (14,90 Euro) gibt es nur eines auszusetzen: Sie ist viel zu groß! Doch das Fleisch ist zart, wenig fettig und die Haut knusprig, wenn auch für letzteres wohl eher der Koch und nicht das Tier verantwortlich ist.

Der Reis ist dagegen leicht verkocht, aber wir wollen sowieso lieber das Federvieh verzehren, als uns mit dem Reis den Bauch voll zu schlagen.

Für einen Nachtisch bleibt allerdings kein Platz mehr - was auch dem Geldbeutel ganz gut tun. Denn preislich ist das Little Saigon nicht ganz günstig - wenn auch der Qualität der Speisen angemessen.

Und so werden wir auch beim nächsten Besuch wieder die Kokosmilchsuppe ordern. Zwar würden wir sie woanders für die Hälfte des Preises bekommen, aber eben auch nicht einmal halb so gut.

Little Saigon, Destouchesstr. 48, 80803 München, Tel. 089/30005634, www.littlesaigon-restaurant.de, geöffnet täglich von 17:30 bis 23:30 Uhr.