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Literaturarchiv:Altes wahren, Neues wagen

Hinter dieser bekannten Fassade des Hildebrandhauses hat sich viel getan - biegt man um die Ecke, sieht alles anders aus.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Monacensia eröffnet wieder nach mehrjähriger Sanierung.

"Was für eine sonderbare Familie sind wir!", notierte Klaus Mann 1936 im Tagebuch. "Man wird später Bücher über uns - nicht nur über einzelne von uns - schreiben." Und man wird Ausstellungen über sie machen, lässt sich ergänzen: Im sanierten und umgebauten Literaturarchiv Monacensia in Bogenhausen gibt es zur Wieder-Eröffnung gleich zwei Ausstellungen zum Thema Mann zu sehen.

Am Eröffnungs-Wochenende von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Dezember, kann das Publikum erstmals nach drei Jahren wieder durch das Hildbrandhaus streifen und bewundern, wie behutsam hier die alte Bausubstanz bewahrt und zugleich mutig Neues hinzugefügt wurde (Planung: Architekturbüro Wallnöfer, München).

Besonders auffällig ist das im lichten, hohen Forum Atelier, wo große Tore wieder freigelegt wurden und nun in einen Glasanbau führen, den man als zweiten Ein- oder Ausgang nützen kann - oder für eine Pause im neuen "Café Mon". Vor allem aber will die Monacensia Literaturinteressierten aller Art mehr denn je eine Heimat bieten: Hier können Leser einfach lesen, Wissenschaftler dagegen Originale aus 300 Nachlässen bayerischer Schriftsteller sichten.

Besucher dürfen sich auch einfach nur in den Ausstellungen umschauen und insbesondere an diesem Wochenende zahlreichen Lesungen und Führungen anschließen: Eine neue Dauerausstellung beschreibt das "Literarische München zur Zeit von Thomas Mann", die Sonderausstellung "Mon Oncle" widmet sich zudem Onkel Heinrich und Neffe Klaus Mann. Beide waren einander sehr verbunden, auch in Klaus' illusionslosem Befund: "Überall werde ich - Fremdling sein."

Monacensia-Eröffnungswochenende, Fr.-So., 9.-11. Dez., Maria-Theresia-Str. 23, Eintritt frei, Detail-Infos: www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia, 089 / 419 47 20