Literatur-Festival Dunkle Zahlen und fliegende Hunde

Matthias Senkels neuer Roman führt nach Moskau.

(Foto: J. Dietze)

Mehr Internationalität geht nicht: Auf dem Literatur-Festival "Wortspiele" stellen 18 junge Autorinnen und Autoren ihre Werke im Ampere vor.

Von Antje Weber

Von Russland bis China - das Festival "Wortspiele" weitet seinen Radius im 18. Jahr noch einmal beträchtlich aus. Um mit Russland anzufangen: Unter den 18 jungen Autorinnen und Autoren, die an drei Abenden im Ampere des Muffatwerks lesen werden, ist auch Matthias Senkel. Sein Roman "Dunkle Zahlen", mit dem er auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse steht, führt ins Moskau von 1985 - und erzählt von den Verwicklungen rund um eine Spartakiade der Programmierer.

Nach dem Leipziger Autor liest am Freitag, 9. März, eine Autorin, die sich mit Russland wohl noch besser auskennt: Wlada Kolosowa wurde in Sankt Petersburg geboren, und auch ihr Debütroman "Fliegende Hunde" spielt dort. Doch natürlich geht es bei diesem Festival nicht nur um Russland; es lesen unter anderen Barbara Aschenwald, Irene Diwiak, Christoph Jehlicka und Anne Reinecke. Aus München ist Jovana Reisinger mit ihrem Romandebüt "Stillhalten" dabei; außerdem wird Lilian Loke ihren druckfrischen zweiten Roman "Auster und Klinge" vorstellen.

Und was ist nun mit China? Gemach. Bei den Wortspielen gibt es für die Autoren nämlich mehr zu gewinnen als die Gunst des Publikums. Zum einen vergibt Bayern 2 einen mit 2000 Euro dotierten Preis. Zum anderen erhält der Gewinner oder die Gewinnerin ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium des Goethe-Instituts Peking. Wer weiß, vielleicht geht es an die Autorin Karosh Taha, die aus dem Nordirak stammt und heute im Ruhrgebiet lebt. Mehr Internationalität als bei diesem Festival geht jedenfalls nicht.

Wortspiele-Festival junger Literatur, Mi.-Fr., 7.-9. März, 20 Uhr, Ampere, Zellstr. 4, 089/21837300