Buch-Events von München bis ErlangenWo der Sommer literarisch groß ist

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Von Abschied und Neubeginn erzählt Eva Menasse in ihrem neuen Roman „Alleinruhelage“, den sie unter anderem im Literaturhaus München vorstellen wird.
Von Abschied und Neubeginn erzählt Eva Menasse in ihrem neuen Roman „Alleinruhelage“, den sie unter anderem im Literaturhaus München vorstellen wird.
Christoph Soeder/picture alliance/dpa

Im August ist zwischen München und Erlangen mehr los an Literatur-Events, als man meint. Und dann geht es im September auch schon sachte hinein in die nächste Saison, mit Eva Menasse oder Lily King.

Von Antje Weber

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Etwas geht zu Ende. Und etwas beginnt. Davon lebt die Literatur in ihren vielen Verästelungen, davon lebt auch die Literaturszene. Und wer nun meint, im August sei diese Szene tief abgetaucht in diverse Badeseen, um erst im September wieder aufzutauchen – dies ist nur ein Teil der Wahrheit. Zwar machen viele Institutionen eine Ferienpause, umso mehr Raum ist bayernweit für andere Feiern und Festivals.

Um in München zu beginnen: Hier feiert die Szene sich im August selbst, mit einem Gala-Abend der Münchner Turmschreiber im Deutschen Theater. Neben Lesungen und Musik werden die Bayerischen Poetentaler verliehen, die an den Kabarettisten Willy Astor, die Autorinnen Rita Falk und Gunna Wendt sowie den Musikproduzenten Manfred Eicher gehen (Silbersaal, 7.8.). Und wer noch nicht genug gefeiert hat, der kann am 15.8. ins Münchner Literaturbüro weiterziehen: Beim Lyrischen Sommerfest am Ferragosto tragen Juroren des Lyrikpreises München eigene Texte vor.

Ein Sommerfest im Garten des Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg? Das lohnt die Anreise unbedingt.
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Villa Concordia

Wer mal etwas anderes sehen will, fährt dagegen vielleicht zum Sommerfest der Villa Concordia nach Bamberg, ebenfalls am 15.8. Geboten ist dort zwischen 11 und 18 Uhr im wunderbaren Künstlerhaus an der Regnitz neben Musik und Talks unter anderem eine Einführung in die tschechische Bücherwelt – derzeit stammt ein Teil der Stipendiaten anlässlich des Gastland-Auftritts auf der Frankfurter Buchmesse aus Tschechien. An den vorherigen Jahrgang, türkisch geprägt, erinnert außerdem eine Lesung mit der Schriftstellerin Asli Tohumcu am 31. August.

Zwischendurch lohnt sich ein Abstecher nach Nürnberg: Hier lesen beim Literaturfest WortWärts von 14. bis 16. August unter anderen Son Lewandowski, Lukas Hoffmann, Alisha Gamisch, Annegret Liepold und Anja Gmeinwieser. Letztere ist wenig später auch in Erlangen zu erleben: Hier steht vom 28. bis 30. August das Erlanger Poet*innenfest an, wie immer ein feiner Seismograf, was wichtige Bücher der kommenden Saison angeht. Hier kann man zum Beispiel neben Thomas von Steinaecker oder den jüngst in Klagenfurt ausgezeichneten Kolleginnen Kinga Tóth und Lena Schätte auch Miriam Carbe erleben. Deren opulenter Familienroman „Unerwünschte Töchter“ erzählt unter anderem von einem schwarzen Kind, das in den Sechzigerjahren unehelich in Westdeutschland geboren wird – die Autorin selbst. Im September wird man sie auch in München kennenlernen können (17.9.).

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Und damit sind wir langsam, aber unübersehbar in der Herbstsaison. Sie beginnt in München im September unter anderem mit einer Lesung im HP 8, wo die Bestseller-Sachbuchautorin Şeyda Kurt am 7.9. über ihren ersten Roman spricht: „Zeit der Monster“. Und es geht weiter im Bergson Kunstkraftwerk, wo am 11.9. die Autorinnen, Aktivistinnen und Freundinnen Natalie Amiri, Minu Barati, Shila Behjat und Düzen Tekkal ihr gemeinsames Buch „Unsere Väter“ vorstellen. 

Im Lyrik Kabinett bringt die neue Saison unter anderem eine Lesung des ungarischen Dichters Márió Z. Nemes, derzeit Poet-in-Residence in der Villa Waldberta. Seinen künstlerischen Widerstand gegen die Politik des abgewählten Regierungschefs Viktor Orbán formuliert er interessanterweise anhand von Plüschaffen (17.9.). Auch in Tschechien ist die politische Situation nicht einfach, was sich ebenfalls in Veranstaltungen in München niederschlagen wird. Insbesondere der Adalbert-Stifter-Verein hat unter dem Titel Servus & Ahoj ein ambitioniertes Programm zur tschechischen Literatur erarbeitet, das von September an über Wochen hinweg so renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Eli Beneš, Radka Denemarková, Alice Horáčková, Jaroslav Rudiš und Kateřina Tučková nach München bringen wird.

Zum Teil lesen sie im Literaturhaus, wo von Mitte September an überhaupt wieder ein abwechslungsreiches Programm zu erwarten ist, von Sandra Hoffmann über Ewald Arenz bis zu Lily King. Den Anfang macht am 15.9. die Schriftstellerin Eva Menasse. „Alleinruhelage“ heißt ihr neuer Roman, der vom Ende einer Ehe, vom Abschied auch von einem geliebten Wochenendhaus handelt. Und vom Aufbruch in etwas unberechenbar Neues. Es ist wie immer: Etwas endet. Und etwas beginnt.

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