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Linde zieht zurück:Wasserstoff-Leihautos rentieren sich nicht

Ein Pionier gibt auf: Im Sommer 2016 brachte Linde in München 52 mit Wasserstoff betriebene Elektrofahrzeuge auf die Straße. Unter dem Namen "Bee-Zero" standen sie seither als Carsharing-Autos zur Verfügung. Zum 30. Juni stellt Linde das Angebot nun wieder ein - es rentiert sich nicht. Unter anderem mussten die Fahrzeuge von Mitarbeitern wieder betankt werden, während bei den anderen Sharing-Systemen die Kunden selbst für Treibstoff- respektive Stromnachschub sorgen. Wer noch auf die Schnelle ein Wasserstoffauto ausprobieren will, kann sich noch bis 15. Mai anmelden.

Mit Bee-Zero verschwindet der zweitgrößte Anbieter abgasfreier Autos aus der Stadt. Es bleiben noch die 85 E-Autos von Drive-Now und fünf von Stattauto übrig. Die anderen Firmen setzen nach wie vor auf Verbrennungsmotoren. Bei Car2Go ist zu hören, dass zwar die Option geprüft werde, die Münchner Flotte zu elektrifizieren, doch konkret geplant sei noch nichts. Dabei betreibt Car2Go bereits in Amsterdam, Stuttgart und Madrid elektrische Flotten. In Amsterdam und Stuttgart werde die sehr gut ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur genutzt, in Madrid habe man selbst eine sogenannte Hub-Ladeinfrastruktur aufgebaut, also firmeneigene Servicestationen, an denen die Autos geladen und auch gewartet werden, teilt Car2Go mit. Auch der neue Anbieter Oply hat zunächst nur konventionelle Autos im Angebot. In fünf Jahren solle aber die Hälfte der Flotte elektrisch laufen, erklärt Oply-Chefin Katharina Wagner. Noch allerdings sei die Ladeinfrastruktur in München nicht ausreichend.

© SZ vom 27.03.2018 / schub
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