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Liedermacher:Der Sturm nach der Ruhe

Der bayerische Musiker, Kabarettist und Radikal-Poet Christoph Weiherer wütet nun im Rahmen einer Solo-Tour auch wieder live.

Von Michael Zirnstein

Pressebild über Ariane Witzig bezogen: Der Weiherer

„Im Prinzip aus Protest“ singt der Weiherer seine Lieder.

(Foto: Christian Kaufmann)

Fast dachte man, der Weiherer sei brav geworden. Weil die Fans in seinem digitalen Tante-Emma-Laden "wie die Weltmeister bestellt" haben - Restposten alter CDs, die neue "Im Prinzip aus Prostest" freilich mit gesenkter Mehrwertsteuer und Devotionalien wie den "Bio-Bruns-Beutel", eine Anspielung auf seinen per Youtube zweieinhalb Millionen Mal verbreiteten Aufruf gegen die Datensammelwut, an jeder Kasse die Postleitzahl von Brunsbüttel anzugeben. All die Bestellungen hätten dem bayerischen Liedermacher über die auftrittslose Zeit geholfen, sagt er demütig in der letzten von 15 Ansprachen "an die Nation" aus dem Homeoffice. Immerhin entfahren ihm noch ein "Zipfeklatscher" und die Beleidigung eines Politiker, den "der Blitz beim Scheißen treffen" möge. Er kann also noch wüten, der wohl bissigste Erbe des (jungen) Hans Söllner, worauf sich seine Fans nun auch wieder "Aug in Aug" freuen dürfen. "Der Weiherer legt wieder los ..." ist als Kampfansage zu verstehen.

Weiherer, Mi., 26. Aug., 19 Uhr, Kulturbühne am Gasteig, Eintr. frei; Di., 28. Aug., Pfaffenhofen; Fr., 4.Sep., München, Schlachthof, Telefon 21 83 73 00

© SZ vom 20.08.2020
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