Ludovic Tézier hat seine Brille abgenommen, und Noten braucht er auch keine mehr. Die Franzosen im Prinzregententheater jauchzen auf, denn sie wissen, was nun folgt, als der Bariton die ersten Worte rezitiert: „Oh, je voudrais tant que tu te souviennes, des jours heureux où nous étions amis ...“ Nach Berlioz, Mahler, Wagner, Schubert und Strauss ist Tézier zu Hause angekommen, in Marseille, wo auch Yves Montand aufwuchs. Tézier singt das Chanson „Les feuilles mortes“, mit dem Montand berühmt wurde. Erinnerungen an glücklichere Tage, die der Nordwind wegträgt wie die welken Blätter. Zum ersten Mal an diesem Abend hat er den Opernapparat, seine große, elegante, füllige Stimme, ganz abgeschaltet. Man hört Tézier pur: natürlich, von Wärme durchflutet, ohne jede Druckluft.
Liederabend mit Ludovic Tézier in MünchenBringt sich hier ein neuer Wotan in Stellung?
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Bei seinem bejubelten Konzert im Prinzregententheater zeigt Bariton Ludovic Tézier neue Seiten.
Kritik von Jutta Czeguhn
