Lieblingsdings:Große Sympathie für schräge Typen

Lesezeit: 2 min

Lieblingsdings: Constanze Lindner und ihr Donald.

Constanze Lindner und ihr Donald.

(Foto: Catherina Hess)

Constanze Lindner hütet ihren Donald und sein Köfferchen wie einen Schatz. Er hat ja auch viel damit zu tun, dass sie Schauspielerin wurde.

Von Oliver Hochkeppel, München

Wer sich von Constanze Lindner, dem Kabarett-Wirbelwind, der einst beim "Wahren Grand Prix", beim "Varieté Spectaculum" in der Drehleier oder als "Kuh, die wollt' ins Kino gehn" im Kindermusical als schräges Energiebündel groß geworden ist, ein knalliges Lieblingsdings erwartet, der liegt nicht falsch. Mit einem bestens zum bunten Kostüm passenden Plastik-Donald-Duck samt Walt-Disney- Blechköfferchen erscheint sie zum Kaffee in Schwabing. Was für die inzwischen am Wörthsee wohnende "Vereinsheim Schwabing"-Moderatorin eine doppelte Reise zurück in die Kindheit ist: "Ich bin ja in Schwabing groß geworden, in einer Villa-Kunterbunt-Familie. Jahrgang 1973, alles ein bisschen wild, und finanziell war es bei uns auch nicht immer leicht. Eine Kinokarte war nicht einfach so drin, das waren schon besondere Anlässe. Und Walt Disney, ob Filme oder Comics, das hat mir als Kind das Gehirn geflasht. Seit damals und bis heute bin ich total begeistert von Zeichentrickfilmen."

Wie aber kommt sie zu den Disney-Memorabilien? "Wir waren damals große Flohmarktgänger, Parkharfe oder Dachauer Straße, damals gab es ja noch viel mehr große Flohmärkte. Den Donald und sein Köfferchen haben mir meine Geschwister mal vom Flohmarkt mitgebracht. Das war 1981 oder 1982, denke ich. Seit diesen Urzeiten sind das jetzt meine Begleiter, die sind immer mit dabei. Auch, als ich eine Zeit lang in Hamburg gewohnt habe." Erst in Lindners Kinderzimmer, später sogar im familiären Schlafzimmer, seit langer Zeit nun im Büro haben Donald und Koffer ihren festen Platz gefunden.

Denn der Walt-Disney-Kosmos, wie er auf dem Koffer in Prägedruck wunderschön versammelt ist, von A- und B-Hörnchen über Dumbo und die hundert Dalmatiner bis Schneewittchen und die sieben Zwerge, hat Lindner bis heute nicht losgelassen. "Wobei ich nicht der Prinzessinnentyp bin, sondern immer der Underdog. Ich fand die Meereshexe Ursula aus ,Arielle' schon immer spannender als die Superhauptrollen." Insofern passt der beachtlich große, schon wegen der etwas abgegriffenen Farben sichtlich alte Donald Duck perfekt zu ihr: Ist er doch der gerne cholerische, aber immer liebenswerte ewige Verlierer, zerrieben zwischen dem Geld und der Macht seines Onkel Dagoberts, der Klugheit seiner Neffen Tick, Trick und Track und dem Glück seines Vetters Gustav Gans.

Dass sie am Ende Schauspielerin geworden ist, habe stark mit der Faszination für diese Figuren zu tun, sagt Constanze Lindner: "Mein Traum war früh, Zeichentrickfilme zu synchronisieren. Umso schöner, dass ich das seit einiger Zeit auch machen darf. Zwar nicht viel Disney, dafür ,Southpark' und anderes; meist etwas rauchigere, knödelige Stimmen - also vorwiegend Jungs," berichtet Lindner. So gesehen schade, dass Disney mit Donald Duck (wie auch mit den anderen klassischen Figuren) schon ewig keine Filme mehr gedreht hat und das auf absehbare Zeit wohl auch nicht tun wird.

Bei "Lieblingsdings" erzählen Menschen, woran ihr Herz hängt, was sie durchs Leben begleitet, ihnen Glück bringt und wovon sie sich niemals trennen würden.

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