Libeskind: Synagoge im Lehel:Ein Ort wahrer Spiritualität

Die neue Synagoge für die jüdische Gemeinde Beth Shalom im Lehel soll ein Gebäude werden, das funkelt und glitzert. Stararchitekt Daniel Libeskind präsentierte nun seinen Entwurf. Die Stadt ist jedoch skeptisch.

Unter das Motto "Lichtfunken" hat Stararchitekt Daniel Libeskind seinen Entwurf für eine Synagoge für die Liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom in München gestellt. Libeskind präsentierte seinen Entwurf in München vor etwa 200 geladenen Gästen aus Politik, Kultur, Religion und Wirtschaft erstmals der Öffentlichkeit.

Praesentation des Synagogenentwurfs fuer die Liberale Juedische Gemeinde Muenchen Beth Shalom e.V.

Die neue Synagoge für die jüdische Gemeinde Beth Shalom im Lehel soll ein Gebäude werden, das funkelt und glitzert, so Stararchitekt Daniel Libeskind.

(Foto: dapd)

Es solle ein Gebäude werden, das funkelt und glitzert, ein Ort wahrer Spiritualität, aber auch ein Platz zum Leben, betonte er. Der Präsident der Europäischen Union Progressiver Juden, Leslie Bergman, bezeichnete das Projekt als "Symbol nicht nur für München, sondern auch für Deutschland und ganz Europa". Libeskind hat auch das Jüdische Museum in Berlin und das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück entworfen.

Der Beth-Shalom-Vorsitzende Thomas Dahmen sprach von einem "großen Tag für die Liberale jüdische Gemeinde". Es sei ein "ehrgeiziges und großes Projekt". Libeskind stehe für eine moderne und visionäre Architektur, aber auch für Erfolg. "Dieser Entwurf ist die Verbildlichung unseres Traums von einem eigenen Zuhause für das liberale Judentum in München und berücksichtigt zugleich die Bebauung der Nachbarschaft im Lehel", so Dahmen.

Dahmen appellierte an die Stadt München, der Gemeinde bei der Überlassung des Grundstücks im Stadtteil Lehel entgegenzukommen. Den Freistaat Bayern forderte er auf, den Neubau mindestens genauso zu unterstützen wie andere Synagogen-Neubauten im Land.

Nach Angaben der Gemeinde kann nun eine entscheidende Phase des Projekts eingeleitet werden. Jetzt könnten ein Antrag auf Bauvorbescheid für das Grundstück gestellt und die Bemühungen um Spenden intensiviert werden.

Die Kosten des Neubaus lassen sich laut Dahmen nicht beziffern. Sie würden aber auf jeden Fall bei weniger als 20 Millionen Euro liegen, er hoffe sogar auf Kosten von weniger als zehn Millionen. Ziel sei, dass die Synagoge bis zu möglichen Olympischen Winterspielen in München 2018 stehe.

Auch nach der Vorstellung des Entwurfs für eine liberale Synagoge bleibt die Stadt dem Projekt gegenüber skeptisch. "Es ist allgemein anerkannt, dass es ein sehr ehrgeiziges Projekt ist für ein so kleine Gemeinde wie Beth Shalom", sagte Stadtsprecher Stefan Hauf auf dapd-Anfrage.

Die Haltung der Stadt sei seit langem eindeutig und klar: Nach dem gegenwärtigen rechtsgültigen Bebauungsplan für das Grundstück im Stadtteil Lehel sei die von der Liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom angestrebte Bebauung nicht möglich. Eine Änderung des Bebauungsplans sei nur dann denkbar, wenn eine belastbare Finanzierungszusage vorliege.

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