Ayurveda-Koch Alexander Linder:Kusshände für den Koch

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Was Linder kocht, ist an die Kondition der Mitteleuropäer angepasst. Seinen vielbeschäftigten Teilnehmern erspart er damit eine zeitraubende Reise nach Indien. Dreimal im Jahr kommt er nach München, wo ihm Anja Föringer ihre Küche und Esstische zur Verfügung stellt und das Konzept unter dem Namen

"HealthyGoLucky" vermarktet. Dass Linder nur im privaten Rahmen kocht, gehört zum Erlebnis zum Gesamtpreis von 350 Euro dazu. Seine Gäste schätzen den "intimen Kreis", der nie aus mehr als 16 Personen besteht. So etwas spricht sich schnell herum in der Münchner Gesellschaft.

Auch "Polizeiruf"-Kommissarin Anneke Kim Sarnau hat es schon probiert. Wunderbar finden es die Entschlacker, sich eine Woche lang nicht ums Kochen kümmern zu müssen.

Während sechs Tagen Entgiftung gibt es nur, was Linder zubereitet, sonst nichts. Ihr Abendessen, das jeweils auf Mung-Bohnen basiert, nehmen sich die Entgifter fertig zubereitet und hübsch verpackt mit nach Hause. Nach der Arbeit müssen sie es nur aufwärmen: "Aber nicht in der Mikrowelle", mahnt der Koch. Heute ist es auf Wunsch von Andrea eine Orangen-Kichadi - der Koch erntet begeisterte Kusshände von seiner Stammkundin.

In weichem Schwäbisch erklärt Linder die Kombination des Mittagessens: Quinoa, ein südamerikanisches Getreide, pikant gewürzt, mit frischem Pfirsich, dazu gedämpften Hokkaido-Kürbis in einer Sauce mit Molocheya - pulverisierter ägyptischer Spinat.

Das Tischgespräch kreist um Zungenreinigung, selbstgemachtes Ghee und die Wirkung von heißem Wasser am Morgen. Eine Angewohnheit, die die Entgifter über die Detox-Woche hinaus pflegen. Der Sinn? "Das reinigt", lässt sich Linder vom Herd her vernehmen. "Das ist wie mit einem Kochtopf - den putzt du ja auch, bevor du ihn benutzt", sagt er und wischt nachdrücklich das Kochfeld des Induktionsherds ab.

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