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Leihräder:Der Datenschutz sei gewährleistet, verspricht Obike

Am Donnerstag hat sich Piu in München mit Vertretern der Stadt zu Gesprächen getroffen. Politiker hatten bisher argumentiert, gegen die Ausbreitung der Obikes nichts tun zu können. Allerdings wuchs zuletzt der Unmut über das Geschäftsgebaren deutlich. Laut Piu hat man sich nun darauf geeinigt, dass Obike fortan maximal zehn Räder an einer Stelle aufstellen werde, und auch nur dort, wo sie niemanden behindern.

Dass zum Beispiel im Englischen Garten Dutzende nebeneinander auf der Straße stehen, liege daran, dass Parkmitarbeiter diese dort hingestellt hätten, sagt Piu. Auch hat Obike kaum Einfluss darauf, wie Nutzer mit den Rädern umgehen. Ähnlich wie bei Call-a-Bike und MVG-Rad dürfen die Räder irgendwo im Geschäftsgebiet abgestellt werden. Die MVG ködert ihre Kunden allerdings mit Freiminuten, wenn sie die Räder zu den Mietstationen bringen. Und bei Call-a-Bike sollen die Velos in der Nähe von Kreuzungen abgestellt werden.

Von dieser Firma werden die Obikes gewartet

Was die schiere Zahl betrifft, ist Obike mit seiner Großoffensive binnen kurzem zwar der größte Anbieter geworden, vom Komfort her sind die Räder mit ihren kleinen Reifen und der fehlenden Gangschaltung mit der Qualität der Konkurrenz allerdings nicht vergleichbar. Man setzt auf Masse. Glaubt man Marco Piu, könnte die nächste Generation der Räder womöglich eine bessere Ausstattung haben. Zudem müsse die gelbe Rad-Armada nicht unbedingt so groß bleiben, wenn die Nachfrage in München nicht gegeben sei.

Das Unternehmen wolle keine Räder einfach so auf der Straße herumstehen lassen, beteuert Piu. Auch der Datenschutz sei gewährleistet. Die Bewegungsprofile der Nutzer würden zwar aufgezeichnet und gespeichert, dies geschehe aber anonym. Und man habe nicht vor, die Daten weiterzugeben.

Die Obikes werden in China hergestellt und von der britischen Logistik-Firma "Unsworth Global Logistics" nach Deutschland verfrachtet. Diese sei auch dafür verantwortlich, die Räder in der Stadt zu verteilen. Gewartet werden die Räder von der Firma Live Cycle, deren Münchner Sitz in der Isarvorstadt liegt. Der Reparaturauftrag für Obikes bestehe aber erst seit einer Woche, ist bei Live Cycle zu erfahren. Sowohl Obike wie auch Live Cycle äußern sich nicht dazu, wie oft die Räder eingesammelt, repariert und an passenden Orten wieder aufgestellt werden.

© SZ vom 11.09.2017/jana
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