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Lehel/Schwabing:Spitz auf Knopf

Organisatoren des Japanfests im Englischen Garten hatten große Mühe, die Finanzierung für die Veranstaltung zu stemmen

Das Japanfest im Englischen Garten zwischen Japanischem Teehaus und Eisbach gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Es ist ein fester Termin im Veranstaltungskalender der Stadt, gebucht auf den dritten Sonntag im Juli. Das Fest, veranstaltet von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern, dem Japan Club München und dem Japanischen Generalkonsulat, ist beliebt: 2018 kamen mehr als 15 000 Besucher, um die Kultur des Landes kennenzulernen. Und das trotz Fußball-WM und aufziehenden Sturms. Heuer allerdings stand es Spitz auf Knopf, ob das kulturelle Event überhaupt durchgeführt werden kann. Der Grund: die Finanzen.

"Unser Japanfest", sagt Andreas Strobl (CSU), Lokalpolitiker in Schwabing-West und engagiertes Mitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, "kostet mittlerweile rund 15 000 Euro". Und es werde immer mehr. "Die Ausgaben steigen stetig und wir sind gemeinnützige Vereine, wir stemmen das nicht mehr ohne Hilfe." In den vergangenen Jahren haben die Vereine den Großteil der Kosten aus Mitgliedsbeiträgen finanziert - das geht nun aber nicht länger. Denn mit dem Zulauf erhöhen sich auch die Anforderungen. Also sprangen für dieses Jahr drei Bezirksausschüsse mit Finanzspritzen ein: die Gremien aus Schwabing-West mit 2500, aus Schwabing-Freimann mit 1000 und aus Altstadt-Lehel mit 5000 Euro. Letztere mit der Bitte, die Summe beim nächsten Mal doch möglichst gleichmäßig auf die beteiligten Lokalgremien zu verteilen. Auch der japanische Staat ist involviert; er beteiligt sich an den Flugkosten der Künstler.

Die Unterstützung der Geldgeber fließt in Mietgebühren für die Bühne, für sanitäre Anlagen, für Parkplätze und die Nutzung des Englischen Gartens. Sie werden für die Bezahlung der Künstler und des Sicherheitspersonals, für Gema-Gebühren und die Herstellung von Flyern benötigt. 6000 Euro können die Organisatoren über Einnahmen gegenfinanzieren, die Restsumme läuft über Zuschüsse und Spenden.

In diesem Jahr kam noch dazu, dass die Preise der Restaurants um 300 Prozent gestiegen sind. Weil das Catering gewechselt hat. Die Veranstalter möchten aber, dass die Besucher keine Restaurantpreise bezahlen müssen. "Wir wollen das Japanfest als Familienfest erhalten", betont Strobl. Ohne Kommerzialisierung und bezahlbar für jeden. Deshalb kostet das Ereignis auch keinen Eintritt. "Das Japanfest bietet die Chance, unsere Kultur in allen Facetten kennenzulernen", erklärt der Geschäftsführer der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Akihiro Asano. Er glaubt an die "völkerverständigende Wirkung" der Aktivitäten an diesem Tag. Den Verein selbst gibt es schon länger, er wurde 1961 von fünf Deutschen und vier Japanern gegründet und ist unter den bundesweit 55 Deutsch-Japanischen Gesellschaften mit seinen 779 Mitgliedern der Anhängerstärkste.

80 Künstler, darunter in Japan sehr bekannte Leute wie der Shakuhachi-Flötenspieler Reison Kuroda, sind nun am kommenden Sonntag, 21. Juli, dabei, wenn das Japanfest hinter dem Haus der Kunst an der Prinzregentenstraße 1 zum 24. Mal stattfindet. Mit Vorführungen japanischer Kampfkunst, mit Trommelrhythmen, einem Haiku-Gedicht-Wettbewerb, traditionellen Tänzen und einer Manga-Szene. Mit Spielen und Kulturtechniken wie der Blumensteckkunst Ikebana, der Papierfalttechnik Origami oder der Teezeremonie. Beginn des Festes ist um 11 Uhr, gefeiert wird bis 17 Uhr.