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Lehel:Coole Ideen für den Sommer

Fahrrad vor der St. Anna Kirche in München, 2017

Mehr Grün, weniger Autoverkehr: Drei Pilotprojekte zur Quartierswende sollen diesen Sommer umgesetzt werden, zum Beispiel am St.-Anna-Platz.

(Foto: Robert Haas)

Green City sammelt im Viertel Vorschläge, um die Folgen des Klimawandels abzumildern

Von Julian Raff, Lehel

Englischer Garten und Isar liegen greifbar nah, die Fassaden sind herausgeputzt, trotzdem können enge, zugeparkte Straßen, Lärm, rares Grün und stickige Sommerluft die Begeisterung für Münchens älteste Vorstadt durchaus trüben. Gerade jetzt, wo öffentliches Leben an sich manchem schon wie ein ferner Traum erscheint, sammelt der Verein Green City daher online Verbesserungsideen, die teils schon im Sommer Gestalt annehmen sollen. "Eine Quartierswende muss her!", in Sachen Mobilität, Stadtgrün und öffentlichem Raum, so die Forderung. Vorschläge zum "Wie" und "Wo" soll eine Internet-Befragung liefern, die vorerst bis Sonntag, 31. Januar, läuft.

Nach einer anschließenden Bündelung werden dann im April erst einmal drei kleinere Projekte per Online-Abstimmung gekürt - und im Sommer 2021 realisiert. Als "Mini-Pilotprojekte" kommen wohl erst einmal schnell umsetzbare Maßnahmen infrage, wie Sitzgelegenheiten, Pflanztröge, Querungshilfen oder Radl-Stellplätze. Als Schauplätze schlägt Green City im südlichen Lehel den Mariannenplatz um die Lukaskirche, die Adelgundenstraße oder die Praterinsel vor. Im mittleren Lehel kämen die Sternstraße, der Thierschplatz oder die Wagmüller-/Liebigstraße in Betracht, westlich davon St.-Anna-Platz, St.-Anna-Straße oder der Bereich Christoph-/Sigmundstraße. Im nördlichen Lehel liegt der Fokus vorerst auf der Oettingenstraße, insbesondere im Bereich Paradiesstraße. Weitere Orte können in der Umfrage ebenfalls angegeben werden. Auch inhaltlich sollen die Teilnehmer nicht nur Vorschläge ankreuzen, sondern ihrem Einfallsreichtum freien Lauf lassen. Geplant hatten die Initiatoren ihre "Quartierswende" zunächst in virtueller und physischer Form. Der direkte Austausch an einer durchs Viertel "wandernden Karte" musste pandemiebedingt ausfallen. Ein vorbereitender "Quartierstisch" mit Lokalpolitikern und Verwaltungsvertretern fand im November immerhin in virtueller Runde statt. Um möglichst viele Teilnehmer zu mobilisieren, setzt Green City natürlich auf soziale Medien. Jenseits des Internets wirbt der Verein mit Aufstellern und Flyerboxen, vor allem um die Schwerpunkte St.-Anna-Platz, Paradiesstraße und Mariannenplatz. Kitas, Kirchengemeinden, Alten- und Service-Zentrum, Gastronomen und Händler beteiligen sich an der Ankündigung, so gut es im Lockdown eben geht, erklärt Projektleiterin Katharina Frese.

Das Lehel haben sie und ihre Mitinitiatoren für die Aktion vor allem ausgewählt, da sich der Klimawandel dort im Sommer jetzt schon besonders unangenehm bemerkbar macht. Um eine rechtzeitige Auswertung der Beiträge zu ermöglichen, ist die Online-Befragung bis 31. Januar befristet. Je nach Beteiligung kann sie aber auch noch ein wenig verlängert werden, zugänglich in jedem Fall unter www.greencity.de/quartierswende.

© SZ vom 21.01.2021
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