Lange Nacht der Museen Wenn die Nacht zum Tag wird

Das Deutsche Museum lässt Leonardo da Vinci auferstehen, im Olympiaturm gibt es ein Überraschungskonzert und Kinder können auf Schatzsuche gehen: 90 Museen und Sammlungen öffnen am Samstag zur Langen Nacht der Museen. Am Sonntag geht es im Umland weiter.

Das herbstliche Großereignis in Kunst und Kultur steht wieder an: Am Wochenende findet zum 15. Mal in München die Lange Nacht der Museen statt. 90 Häuser nehmen mittlerweile daran teil, von der Alten Pinakothek über die unlängst nach der Sanierung erst wiedereröffnete Pinakothek der Moderne bis hin zu sonst eher wenig beachteten Museen wie dem Feuerwehrmuseum, dem Lapidarium im alten Südfriedhof oder einem Kartoffelmuseum am Ostbahnhof.

Dazu schmuggeln sich mittlerweile auch immer mehr Galerien und kleine Kunstvereine ins Programm. Im Grunde ist das riesige Angebot in einer einzigen Nacht gar nicht mehr wahrnehmbar - selbst wenn diese längst schon bis in den nächsten Tag um 2 Uhr in den ganz frühen Morgen hineinreicht.

Mut zur Lücke kann das Motto also nur lauten. Zumal diese Lange Nacht sich erstmals "Lange Nacht Plus" nennt. Mit vier den Himmelsrichtungen zugeordneten und von Shuttlebussen versorgten nächtlichen Stadttouren ist es diesmal nämlich nicht getan. Die Lange Nacht der Museen umfasst in diesem Jahr zum ersten Mal das gesamte Wochenende.

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Hinaus ins Umland

Am Sonntag geht es weiter mit 44 weiteren Museen im Umland. Dafür braucht man kein eigenes - übrigens nicht nur im Vorverkauf, sondern auch in allen teilnehmenden Häusern vor Ort zu erwerbendes - Ticket mehr. Wobei dieses Ticket 15 Euro kostet und nicht nur zum Eintritt in die Museen berechtigt, sondern auch die Fahrten mit den Shuttlebussen beinhaltet. Das Ticket gilt von 12 Uhr am Samstag bis 8 Uhr am Sonntag für das gesamte MVV-Netz.

Wer also vom klassischen Kulturmarathon am Samstag noch nicht hinlänglich befriedigt ist, der kann am nächsten Tag von Mittag an durch 15 Landkreise im Münchner Umland tingeln und sich dort die musealen Sehenswürdigkeiten ansehen oder zeigen lassen - bei freiem Eintritt.

Auch hier gilt wieder das Motto vom Vorabend, denn es wird wohl kaum jemandem möglich sein, an einem Nachmittag den Bogen zu schlagen vom Deutschen Hopfenmuseum in Wolnzach im Norden bis zum Schlossmuseum von Murnau im Süden und vom Nähmaschinenmuseum nahe Landsberg im Westen bis zum Museum für Wald und Umwelt im ziemlich weit östlich gelegenen Ebersberg. Wie also umgehen mit diesem unglaublich aufgebauschten Monstermuseumsrummel?

Am besten ganz entspannt bleiben, sich das Programm besorgen und nach Lust und Laune vorgehen. In der einen Nacht schafft man nur einzelne Höhepunkte wie etwa das Deutsche Museum, das mit Theaterszenen und Taschenlampenerkundungen quer durch das ganze Haus lockt. Was man aus Zeitgründen nicht wahrnehmen kann, lässt sich ja unter Umständen übers Jahr bis zur nächsten Museumsnacht 2014 nachholen. Dafür bietet das kleine Programmheft nachhaltig und langfristig Hilfestellung. Zur Orientierung vielleicht noch wichtig: Geografischer Dreh- und Angelpunkt am Samstag ist der Odeonsplatz, von wo aus die Busse zu den verschiedenen Touren starten.

Alle Informationen zur Langen Nacht der Museen finden Sie hier.

Text: Christoph Wiedemann

Wie lang war der Schnauzbart des Hausherrn? Diese Frage wird beim Kreativworkshop in der Villa Stuck beantwortet.

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