Wirtschaft im Wandel

Früher war alles gemütlicher im Landtag und auch im Restaurant, sagt Wirtin Eva Mühlegg. Früher, da genehmigte sich der ein oder andere Abgeordnete auch schon mittags ein Weißbier, erzählt sie. Da blieben viele noch lange bei ihr im Restaurant sitzen, gerne auch für eine Schafkopfrunde. Die Zugverbindungen waren noch nicht so gut, große Unternehmungen nach dem Plenum lohnten sich nicht. Jetzt aber rollten die Abgeordneten ihre Koffer ruckzuck zum Bahnhof, damit sie noch zu ihrer Veranstaltung im Stimmkreis kommen.

Nicht nur die Geschwindigkeit, auch die Essenswünsche haben sich geändert, erzählt Mühlegg. Früher gab es bei ihr fast ausschließlich Bayerisch-Deftiges. Bei Salat dachten die meisten damals noch an Fleischsalat. Dann aber kamen die Grünen in den Landtag und verlangten nach Körnigem. Und selbst die CSUler gelüstete es immer mehr nach leichter, mediterraner Küche. Also stellte Mühlegg um. Oft tischt sie mitten in der Nacht auf, wenn das Plenum mal wieder länger dauert, einmal sogar bis um fünf Uhr in der Früh. Mittlerweile ist ihr Restaurant sonntags auch für Nicht-Politiker geöffnet. Wäre auch zu schade gewesen, wenn der Blick von der Sonnenterrasse über die ganze Stadt der Allgemeinheit vorenthalten bliebe.

Bild: Stephan Rumpf 18. Mai 2017, 14:302017-05-18 14:30:51 © SZ vom 09.05.2017/vewo