Alles ordentlich

Unordentlich sollte das Plenum nicht wirken, da waren sich alle einig, als der Plenarsaal 2003 umgebaut wurde. Wie sieht das denn aus, wenn alle aufstehen und die Stühle stehen wild in der Gegend rum? Also saßen die Abgeordneten ausgiebig Probe, um herauszufinden, welche Stühle die besten sind. Am Ende entschied man sich für Stühle, die auf Schienen laufen. Kaum hat man sich erhoben, schnellt der Stuhl wieder in seine ursprüngliche Position zurück. Einziger Wermutstropfen: Die Gewinnerfirma sitzt in Baden-Württemberg. Aber so ist Wettbewerb nun mal.

Gegen den können die 180 Abgeordneten ja nichts haben, schließlich streiten sie sich im Plenum um die besten Ideen. Früher fand die geistige Erleuchtung in einem sehr düsteren Umfeld statt. Kein einziger Sonnenstrahl erreichte die Abgeordneten. Bei Fernsehaufnahmen mussten über 1000 Glühlampen eingeschaltet werden, erinnert sich Peter Worm, Amtschef des Landtags. Die Stuhlreihen waren außerdem so eng, dass immer alle aufstehen mussten, wenn einer raus wollte. Praktisch zwar, um die heute oft beklagte Leere im Parlament zu vermeiden. Die meisten Abgeordneten bevorzugen aber die jetzige Sitzordnung, auch wenn die Stühle aus Baden-Württemberg sind.

Bild: dpa 18. Mai 2017, 14:302017-05-18 14:30:51 © SZ vom 09.05.2017/vewo