Zukunftsmodell:Digitaler Zwilling für Kirchheim

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Zukunftsmodell: An einem Infomobil konnten sich Interessierte am Wochenende über das Modellprojekt "Smart City" informieren. Das Foto zeigt von links: Milena Merling, Wilko Westphal, Zweiten Bürgermeister Stephan Keck, Katarzyna Stanek und Wirtschaftsförderer Tobias Schock.

An einem Infomobil konnten sich Interessierte am Wochenende über das Modellprojekt "Smart City" informieren. Das Foto zeigt von links: Milena Merling, Wilko Westphal, Zweiten Bürgermeister Stephan Keck, Katarzyna Stanek und Wirtschaftsförderer Tobias Schock.

(Foto: Claus Schunk)

Im Zuge des Projekts "Smart City" werden jede Menge Daten aus der Gemeinde erfasst. Sie sollen helfen, die richtigen Entscheidungen zu fällen

Von Anna-Maria Salmen, Kirchheim

Die Gemeinde Kirchheim will bei der Digitalisierung ein Vorbild für andere Kommunen sein. "Smart City" nennt sich das Modellprojekt, für das die Gemeinde vor rund einem Jahr vom Bundesinnenministerium ausgewählt wurde. Am Wochenende konnten sich Interessierte im Heimstettener Räter-Einkaufszentrum über das Projekt informieren.

"Smart City ist immer so ein Schlagwort, bei dem viele gar nicht so genau wissen, worum es eigentlich geht", sagt Tobias Schock. Der Wirtschaftsförderer der Gemeinde hat im vergangenen Jahr die Bewerbung Kirchheims unter dem Motto "Smartheim" ausgearbeitet. Noch hätten die Kirchheimer eher vage Vorstellungen - "aber so langsam geht es los mit den ersten Projekten". Umso wichtiger sei es daher, den Bürgern nun ein Gefühl zu vermitteln, was sie von der smarten Gemeinde erwarten können.

Kirchheim ist eine von 32 Kommunen, die vom Bundesinnenministerium für das Modellprojekt ausgewählt wurden. 2,45 Millionen Euro Fördergeld erhält die Gemeinde, um nicht nur die Digitalisierung im eigenen Ort voranzutreiben, sondern auch ein Vorbild für andere Orte zu sein. Das soll mit 20 Projekten unter anderem zu den Themen Verkehr, Umwelt und Stadtplanung passieren, für die Kirchheim mit Partnern wie der Technischen Universität München zusammenarbeitet. Der erste Schritt Richtung Smart City ist laut Wirtschaftsförderer Schock die Datenerfassung, die gerade anläuft. Zur Erfassung der Mobilität etwa werden Sensoren an Kreuzungen installiert: "So können wir ganz konkret sehen, wie viele Leute an einer bestimmten Stelle mit dem Auto vorbeikommen, wie viele mit dem Rad fahren und wie viele zu Fuß gehen", erzählt Schock. Auch für die Messung der Luftqualität und für die Untersuchung des Zustands der Umwelt werden Sensoren im Ort angebracht, beispielsweise, um zu erfahren, wie gesund die Bäume sind.

Die ausgewerteten Daten aus diesen Erfassungen fließen schließlich in das "Herzstück" des Projekts ein, wie Schock es nennt: Den digitalen Zwilling Kirchheims, ein dreidimensionales Modell der Gemeinde. Darin können verschiedenste Szenarien simuliert werden. Wie beeinflusst etwa der geplante Ortspark die Luftqualität und den Artenreichtum? Welche Auswirkungen hätte ein neuer Kreisverkehr auf den Verkehrsfluss? Während laut Schock aktuell noch Experten beauftragt und Gutachten erstellt werden müssen, um solche Fragen zu klären, könne man im digitalen Zwilling viel schneller Zusammenhänge sichtbar machen. "Dadurch können wir bessere Verwaltungsentscheidungen auf Basis von fundierten Informationen treffen."

Auch die Mitwirkung der Kirchheimer soll ein zentraler Aspekt von Smart City sein, wie Schock ankündigt. Das digitale dreidimensionale Modell der Gemeinde soll nicht nur für die Bürger zugänglich sein, sie sollen auch selbst Daten eingeben können - beispielsweise, wenn sie in ihrem Garten Vögel oder Insekten zählen. Was derzeit für viele noch abstrakt klingt, soll laut Tobias Schock bereits im kommenden Jahr greifbarer werden: Dann soll Kirchheims digitaler Zwilling Realität werden.

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