GedenkenDen Stab der Erinnerung weitergeben

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Zum 29. Mal wird an diesem Samstag an die Opfer des Dachauer Todesmarsches erinnert, die im Frühjahr 1945 von Nazi-Schergen durch das Würmtal getrieben wurden.
Zum 29. Mal wird an diesem Samstag an die Opfer des Dachauer Todesmarsches erinnert, die im Frühjahr 1945 von Nazi-Schergen durch das Würmtal getrieben wurden. Alessandra Schellnegger

Im Würmtal wird am Samstag an die Opfer des Todesmarsches von 1945 erinnert, in dem KZ-Häftlinge aus Dachau zum Kriegsende nach Süden getrieben wurden.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

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Gegen das Vergessen initiiert der Verein „Gedenken im Würmtal“ am kommenden Samstag, 2. Mai, den 29. Gedenkzug zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau. Bei dem Gewaltmarsch am 24. April 1945 wurden Häftlinge aus den Außenlagern des KZ Dachau durch das Würmtal getrieben. Viele von ihnen überlebten den Marsch nicht.

Unter dem Motto „Den Stab der Erinnerung weiterreichen“ lädt der Verein jedes Jahr Bürgerinnen und Bürger ein, an dem Gedenkzug teilzunehmen und an diese unmenschlichen Vorgänge zu erinnern. Mit der Aktion will der Verein vor allem junge Menschen erreichen und sich gegen populistische Strömungen wenden, die Wahrheiten „bagatellisieren“ oder „gar leugnen“ würden, heißt es in der Einladung zur Veranstaltung.

Start des Gedenkzugs ist um 13 Uhr in Gräfelfing am Mahnmal vor dem Friedhof in der Großhaderner Straße 2. Von dort geht es über Planegg, Krailling und Stockdorf nach Gauting. An vier Mahnmalen auf dem Weg gestalten Schülerinnen und Schüler der drei Gymnasien im Würmtal sowie der Gautinger Realschule kurze Gedenkfeiern. Als Ehrengäste begleiten zwei Nachfahren von Überlebenden des Gewaltmarschs den Zug, sie werden über die Torturen sprechen, die ihr Vater und Großvater – Uri Chanoch und Max Volpert – erleiden mussten. Der Zug endet gegen 17.15 Uhr auf dem jüdischen Friedhof in Gauting. Beide Nachfahren werden in den Tagen nach dem Gedenkzug die Schüler an den Würmtaler Schulen besuchen.

Teil der Erinnerungsarbeit des Vereins war auch eine Lesung mit Eva Umlauf im Kupferhaus in Planegg am vergangenen Freitag. Umlauf kam als Zweijährige mit ihrer Familie ins KZ Auschwitz und überlebte gemeinsam mit ihrer Mutter. Im Gespräch mit Zuhörern in Planegg erachtete Umlauf, die seit vergangenem Jahr Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees ist, das Gespräch mit jungen Leuten als die wirksamste Art der Gedenkarbeit. Sie appellierte an die Jugendlichen, ihre Stimme gegen Hass zu erheben, zu widersprechen und für Freiheit einzutreten.

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