Wirtschaft:Pro Kopf zwei Lehrstellen

Im Landkreis München sind mehr als 900 Ausbildungsplätze unbesetzt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekommt der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis München weiterhin zu spüren. Vielen Betrieben fehlen laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Bewerberinnen und Bewerber. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Ende Juni zufolge gibt es aktuell im Landkreis 909 unbesetzte Lehrstellen. Diesem Angebot stehen 452 junge Leute gegenüber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen. Rein rechnerisch kommen damit im Landkreis auf jeden zwei Lehrstellen.

"Unsere Ausbildungsbetriebe setzen weiter auf die Ausbildung von eigenem Fachkräftenachwuchs", sagt Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München-Land. Durch die Corona-Pandemie seien jedoch wie im Vorjahr schon nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgefallen. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche konnten oftmals gar nicht oder in nur sehr eingeschränkter Form stattfinden. Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe unter dem Lockdown gelitten. Leicher betont aber: "Nichtsdestotrotz setzen wir auf einen Aufholeffekt bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im September. Unversorgte oder unentschlossene Schulabgänger haben noch immer alle Chancen, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden."

So manche Ausbildungsverträge dürften mit zwei oder drei Monaten Verspätung abgeschlossen werden, schätzt die IHK. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um Ausbildungsplätze ist im Vergleich zu 2020 stark zurückgegangen: laut Arbeitsagentur um 16 Prozent. Bei den angebotenen Lehrstellen verbuchte die Arbeitsagentur für den Landkreis ein Minus von rund sieben Prozent.

© SZ vom 02.08.2021 / SZ
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