Energiewende:Gerne mehr als sechs Windräder im Forstenrieder Park

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Laut Pullachs Zweitem Bürgermeister Andreas Most - hier bei einem Pressetermin vor vier Jahren mit einem Modell - sind Windräder im Forstenrieder Park für die Gemeinde "doppelt relevant". (Foto: Claus Schunk)

Pullach will mit dem Strom der Rotoren auch die Geothermie-Pumpen betreiben und sich die Möglichkeit für weitere Standorte in dem Waldgebiet offenhalten.

Von Lisa Marie Wimmer, Pullach

Pullach will Windkraft und sich sogar die Möglichkeit offenhalten, im Forstenrieder Park mehr Windräder aufzustellen als die derzeit geplanten sechs Stück. Die sieht der Regionale Planungsverband München bei der Teilfortschreibung des Regionalplans zur Steuerung der Windenergienutzung vor. Wobei sich die vom Planungsverband vorgesehene Eingrenzung nicht mit den Vorranggebieten deckt, die der Landkreis München im Auge hat. Der Pullacher Gemeinderat schloss sich seinerseits mit 15 zu drei Stimmen dem Vorschlag des Landkreises an, soweit dieser den Forstenrieder Park betrifft.

Der Entwurf des Landkreises sieht im Vergleich zum Vorabentwurf des Planungsverbands deutlich größere Flächen vor, die als Vorranggebiet ausgewiesen werden sollen, vor allem im südlichen Bereich des Forstenrieder Parks. „Es wäre denkbar, dort zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Windräder aufzustellen“, sagt Zweiter Bürgermeister Andreas Most (Pullach Plus). Most gehört auch dem Beirat der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Wind an, zu der sich die Gemeinden Neuried, Baierbrunn, Schäftlarn und Pullach sowie Bürgerbeteiligungsgesellschaften und der lokale Versorger Innovative Energie Pullach (IEP) zusammengeschlossen haben. „Doch zum jetzigen Zeitpunkt kann es uns – flapsig gesagt – eigentlich noch Wurst sein.“ In beiden Varianten sind trotz unterschiedlicher Flächen sechs Windräder vorgesehen.

Für Pullach ist das Thema Windkraft laut Most gleich „doppelt relevant“. So könnten mit den Rotoren auch die Pumpen der Geothermieanlage betrieben werden. „Damit könnte die Gemeinde autark in erheblichen Maße CO₂-freie Energie produzieren.“

Der Regionale Planungsverband hat die Flächen, die der Landkreis ausweisen würde, aus Naturschutzgründen nicht in seinen Entwurf aufgenommen. Der Grund: In dem Bereich seien Wespenbussard und Rotmilan gesichtet worden. Der Landkreis sowie die Arge sind dagegen der Ansicht, diese Konflikte technisch, etwa mit Abschalteinrichtungen, lösen zu können. Nach Ansicht von Pullachs Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ist die Planung des Landkreises „fachlich fundiert“ und würde weitere Standorte im südlichen Teil des Forstenrieder Parks eröffnen. Was laut Tausendfreund von Vorteil ist, da „gerade in diesem südlichen Teil die Energieausbeute durch die Windkraftanlagen höher ist als im nördlichen Teil“.

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