Retter des jüdischen Pianisten Szpilman:Das Vermächtnis des Wilm Hosenfeld

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Es ist Jorinde Krejcis Lieblingsbild von ihrem Vater Wilm Hosenfeld: Es zeigt ihn im freundlichen, zugewandten Gespräch mit einem jüdischen Zwangsarbeiter. (Foto: )

Jorinde Krejcis Vater war anfangs begeistert von den Nazis. Doch als Wehrmachtsoffizier wandte er sich ab und rettete Juden das Leben. Erst als die Geschichte durch ein Buch und Roman Polanskis Film „Der Pianist“ bekannt wurde, begann die Tochter, darüber öffentlich zu sprechen. Und sie tut es bis heute, mit 91.

Von Annette Jäger, Gräfelfing

Es ist ihr Lieblingsbild vom Vater, das auf dem Sofatisch im Gräfelfinger Haus von Jorinde Krejci auf der bestickten Tischdecke liegt: In akkurater Wehrmachtsuniform gekleidet, neigt er sich auf dem Bild auf einer winterlichen Straße einem vollbärtigen Mann in zerschlissener Kleidung zu. Beide sind sich offensichtlich freundlich zugetan. „Wie geht es ihnen? Kann ich helfen?“, das muss der Vater den Mann gefragt haben, so stellt es sich die Tochter Jorinde Krejci vor. Sie weiß es nicht, sie war nicht dabei. Als das Foto aufgenommen wurde, war sie noch ein Kind. „Wilm Hosenfeld im unerlaubten Gespräch mit einem jüdischen Zwangsarbeiter („Kompaniejude“) in Polen“, steht handschriftlich unter dem Foto geschrieben. Das Verbot hat den Mann in der Uniform nicht abgehalten. „Das war mein Vater.“

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