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Weihnachtsgeld: Großzügige Firmen:Christkind statt Krise

Es geht aufwärts mit der Wirtschaft - und das spüren auch die Mitarbeiter. Viele Münchner Betriebe zahlen zu Weihnachten ein 13. Gehalt. Besonders großzügig: die Sparkasse.

Der Wirtschaftsaufschwung erreicht die Münchner offenbar rechtzeitig zu Weihnachten. Viele Angestellte können sich darüber freuen, dass ihr Unternehmen wieder großzügig ist. Die Firmen zahlen nach und nach das Weihnachtsgeld aus - ein Umstand, der aufgrund der guten Absatzzahlen der vergangenen Monate vielen Unternehmen leichter fällt als in den vergangenen beiden Jahren, die von der Krise geprägt waren. Besonders in der Metallbranche gibt es überdies gute Nachrichten für das neue Jahr: Eine Reihe von Unternehmen ziehen die für April geplante Tariferhöhung kurzerhand um zwei Monate vor.

Weihnachtswünsche werden wahr - auch für Münchner Arbeitnehmer. Viele Unternehmen in der Landeshauptstadt zahlen Weihnachtsgeld.

(Foto: AP)

Am meisten lohnt es sich dabei gerade, Mitarbeiter der Münchner Stadtsparkasse zu sein: Dort erhalten die 2500 Angestellten nicht nur ein 13., sondern sogar ein 14. Monatsgehalt - ein Zuckerl, das im Tarifvertrag ganz offiziell "Sparkassensonderzahlung" heißt. Die wiederum ist nicht zu verwechseln mit der "Dankeschönprämie" von 1500 Euro, die Sparkassenchef Harald Strötgen und Oberbürgermeister Christian Ude den Mitarbeitern erst vergangene Woche zusicherten.

Die städtischen Banker kommen damit deutlich besser weg als die Kollegen aus der Privatwirtschaft: Die Hypovereinsbank beschäftigt in München rund 9000 Menschen, sie bekommen im Dezember lediglich ein zusätzliches Gehalt. Damit geht es ihnen im Prinzip so wie den Beschäftigten eines anderen erfolgreichen städtischen Unternehmens: Bei den Stadtwerken München gibt es mit dem Novembergehalt 100 Prozent eines Monatsgehalts extra - diese Zahlung ersetzt die früher übliche Zweiteilung in Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

In der Metallbranche ist die Lage je nach Unternehmen unterschiedlich. "Die meisten Firmen halten sich an die Vereinbarungen im Tarifvertrag", sagt Münchens IG-Metall-Chef Horst Lischka. Zumindest in den großen Industriebetrieben stehen die Bedingungen damit eigentlich fest: Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zahlen die Firmen mit dem Novembergehalt 50 bis 60 Prozent eines Monatsgehalts extra aus.

"Weihnachtsgeld motiviert nicht besonders"

Allerdings gibt es Varianten: Siemens zahlt maximal 55 Prozent, wer erst kurz dabei ist, bekommt 25 Prozent. Ähnlich verhält es sich beim Lastwagenbauer MAN. BMW gibt sich hier besonders großzügig: Der Konzern legt freiwillig noch etwas drauf, so dass für die Mitarbeiter ein komplettes Zusatzgehalt herauskommt. Viele Mittelständler hingegen zahlen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer erst jetzt wieder Weihnachtsgeld, nachdem die Mitarbeiter in der Krise schon mal auf Zahlungen verzichtet hatten.

Ein ganz anderes Extra wird sich für viele indes erst im kommenden Jahr bemerkbar machen: Die IG Metall kämpft dafür, dass Firmen ihrer Branche die eigentlich für April vereinbarte Tariferhöhung um 2,7 Prozent auf Februar vorziehen. Linde hat sich darauf eingelassen, Siemens und Epcos ebenso. Diese Woche zog auch MAN nach. Hier ist BMW hinten dran, was insofern überrascht, als BMW gerade erst das beste Quartalsergebnis seiner Geschichte vermeldete. Immerhin: Betriebsrat und Vorstand verhandeln hinter den Kulissen.

Aus Sicht der Wissenschaft ist dabei nicht klar, wie sich Extrazahlungen auswirken: "Weihnachtsgeld motiviert nicht besonders", meint jedenfalls Hugo Kehr, Lehrstuhlinhaber und Motivationspsychologe an der TU München. Für eine Abschaffung plädiert er dennoch nicht: "Das Schlimmste für die Motivation ist, wenn Sie jemandem etwas wegnehmen."

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