Weihnachtsmarktpläne in Haar:Christkind und Wickie

Den Kirchplatz in Haar sollen am dritten Adventswochenende Zauberer und Gaukler bevölkern. Die Gemeinde schießt 15 000 Euro zu.

Von Bernhard Lohr, Haar

Es ist nicht mehr lange hin, dann werden wohl Gaukler, Zauberer und andere aus der Zeit gefallene Gesellen den Haarer Kirchenplatz bevölkern. Die Gemeinde möchte den Christkindlmarkt aufpeppen und als Mittelalter-Christkindlmarkt für ein größeres Publikum attraktiv machen. Das Rathaus kann dabei auf die bestmögliche Unterstützung bauen: In Martin Angermeier hat man einen Fachmann am Ort, der über jahrelange Erfahrung bei der Organisation von Mittelalterfesten verfügt. Angermeier hat auch schon 20 Standlbetreiber und eben auch einen Zauberer an der Hand, die mitmachen würden. Der Gemeinderat hat beschlossen, den Markt am dritten Adventswochenende mit 15 000 Euro zu unterstützen.

Nach 42 Jahren könnte aus Sicht des Rathauses der Christkindlmarkt Belebung gut vertragen. Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) hat das neue Konzept den Vereinen und traditionellen Standlbetreibern in Haar schon vorgetragen. Man wolle sich damit "einmal mehr überregional als kulturell-lebendige und vielfältige Kommune präsentieren", heißt es aus dem Rathaus. Bei manchen kam aber die Idee, zu Glühwein und Lebkuchen jetzt noch Met und Schmalzbrot auszugeben, gar nicht so gut an. Der traditionelle Christkindlmarkt, versichert das Rathaus, werde deshalb am zweiten Adventswochenende weiter stattfinden. Dafür sind weitere 17 000 Euro von der Gemeinde vorgesehen.

Weihnachtsmarktpläne in Haar: Nach dem Glühwein einen kräftigen Schluck Met: Die Haarer wollen mit einem Mittelalter-Christkindlmarkt mehr Publikum auf den Kirchenplatz locken. Festveranstalter Martin Angermeier soll dabei helfen.

Nach dem Glühwein einen kräftigen Schluck Met: Die Haarer wollen mit einem Mittelalter-Christkindlmarkt mehr Publikum auf den Kirchenplatz locken. Festveranstalter Martin Angermeier soll dabei helfen.

(Foto: Claus Schunk)

Überregional bekannt ist jedenfalls das Mittelalterfest am Wieselweg, das Angermeier vier Jahre lang bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie ausgerichtet hat. Auf der Wiese im Jagdfeld bauten Ritter ihre Zelte auf und zeigten Schwertkämpfe. Ein bisschen was von diesem Flair soll auf den Christkindlmarkt übergehen. Wobei bei all dem Zauber das Christkindl nicht vergessen werden soll. Die lebende Krippe, die seit Jahren CSU-Gemeinderat Alois Rath auf dem Haarer Christkindlmarkt organisiert, soll es dort ebenfalls geben. Das passe doch wunderbar, sagt Angermeier.

Warten auf die neuen Corona-Bestimmungen

Die Vorbereitungen sind soweit gediehen, dass das Spektakel heuer stattfinden könnte. Ein Rest an Unsicherheit ist noch dadurch gegeben, dass die Corona-Lage den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Die Gemeinde und Angermeier blicken gespannt auf den 1. Oktober, wenn die Staatsregierung die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aktualisiert. Sollte dann die Beschränkung fallen, dass bei Festen mit mehr als 1000 Besuchern der Verkauf, Ausschank und Konsum von alkoholischen Getränken untersagt ist, dann wäre der Weg frei.

Das Mittelalterflair soll die Leute anlocken. Die Standlbetreiber sollen verkleidet sein. Es sollen Musikanten mit alten Instrumenten auftreten. Ein Märchenerzähler ist vorstellbar und eine Feuershow. Ein Mittelalterzelt stünde auf dem Gelände, das bis zum Rathaus reichen soll. Mit vielen Anbietern solcher Mittelalter-Aktionen hat Angermeier engen Kontakt. Eine Bühne könnte es geben. Und auf jeden Fall wäre Angermeiers Schiffsschaukel dabei, bei der die Schaukeln aussehen, als hätte sie Wickie der Wikinger mit seinen Freunden gebastelt. Angermeier sagt, die Corona-Pandemie habe die Mittelalterszene hart getroffen. Viele Standlbetreiber hätten aufgehört und seien in anderen Jobs untergekommen. Er mache das nebenher und sei flexibel. Der Mittelalter-Christkindlmarkt könne eine Überbrückung sein, um später am Wieselweg wieder etwas aufzuziehen. Er habe bewusst verzichtet, dort heuer das Fest mit Zaun und Einlasskontrollen zu organisieren, sagt Angermeier. Der Aufwand wäre groß gewesen. Und: "Es wäre nicht das, was es war. Wir warten lieber ab, und machen es dann richtig."

Weihnachtsmarktpläne in Haar: Alois Rath soll mit der lebenden Krippe auch wieder dabei sein, wenn der Mittelalter-Christkindlmarkt steigt. Das würde sich in das Konzept gut einbinden lassen, heißt es.

Alois Rath soll mit der lebenden Krippe auch wieder dabei sein, wenn der Mittelalter-Christkindlmarkt steigt. Das würde sich in das Konzept gut einbinden lassen, heißt es.

(Foto: Claus Schunk)

Angermeier findet es angenehm, dass die Gemeinde beim Christkindlmarkt einiges an Organisationsarbeit übernehmen würde. Auch will das Rathaus versuchen, die Partnergemeinde im Ahrntal in das Event einzubeziehen. Wie das genau aussehen soll, ist unklar. Immerhin hat man dort Haar ein Stück echtes Mittelalter voraus, erhebt sich doch über Sand in Taufers im Ahrntal eine mächtige Burganlage.

Der Haarer Mittelalter-Christkindlmarkt würde am Samstag und Sonntag, 11./12. Dezember, stattfinden. Nach bisherigen Planungen könnte der Spaß am Samstag von 11 bis 22 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr gehen. An eine Wiederholung ist laut Angermeier schon gedacht, wobei man erst einmal schauen möchte, wie es dieses Jahr so läuft.

© SZ vom 21.09.2021/belo
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