Fast acht Millionen Euro müssten investiert werden, um das marode Walchensee-Camp zu sanieren. Der Landkreis München als derzeitiger Pächter hat aufgrund der angespannten Haushaltslage so viel Geld allerdings für diese freiwillige Leistung nicht annähernd. Die Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Markus Büchler fordern daher jetzt den Freistaat Bayern auf, gemeinsam mit den Staatsforsten ein Konzept zu entwickeln, das die Sanierung und den Fortbestand des Jugend-Ferienlagers in der Jachenau sichert. Denn Eigentümer des Walchensee-Camps sind die Staatsforsten.
Der Landkreis hatte die Einrichtung vor zwei Jahren gepachtet, nachdem die bisherigen Betreiber, der Walchenseeverein, es loswerden wollte. Dass hier einiges zu reparieren und sanieren sein wird, war von vornherein klar, immerhin stammt das Haupthaus von 1950. Dass eine Modernisierung so teuer kommen würde, stellte sich erst nach genauer Untersuchung heraus und war dann doch überraschend. Die elf kleinen Holzhäuser müssen modernisiert werden, wie im Haupthaus ist die Elektroinstallationen veraltet und die Dämmung fehlt. Auch die Bäder und die Küche brauchen dringend eine Erneuerung, zudem müssen Abwasser-, Heiz- und Wasseranlage ausgetauscht werden – da kommt einiges zusammen.
Im September hatte die Bauabteilung des Landratsamts dem Bau- und Jugendausschuss einen abgespeckten vorläufigen Sanierungsplan vorgelegt, dessen Umsetzung aber immer noch fast eine Million Euro in den kommenden fünf Jahre kosten würde. Die Kreispolitiker beschlossen daher, eine Entscheidung erst einmal zurückzustellen und stattdessen um Mittel des Bezirks und Förderung durch Dritte wie Stiftungen zu bemühen. Der aktuelle Pachtvertrag läuft Ende Dezember aus. Bei der Wiedervorlage in den Kreisgremien wird es darum gehen, ob eine Finanzierung und damit Fortführung möglich ist.
Die Grünen-Fraktion im Landtag hat nun den Antrag zur Erhaltung des Walchensee-Camps eingereicht, weil sie als naheliegend sieht, dass die Staatsforsten als Eigentümer der Anlage die Sanierung finanzieren und die Kosten über die Verpachtung refinanzieren. Alternativ wäre auch eine staatliche Finanzierung über einen Vertrag mit den Staatsforsten möglich, finden die Grünen. Köhler teilt mit: „Ich sehe hier ganz klar den Eigentümer in der Pflicht, die Sanierung zu stemmen. Die Kosten komplett dem Landkreis München als Pächter aufdrücken zu wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Büchler betont: „Wenn die Staatsforsten es alleine nicht stemmen können, dann ist hier die Regierung am Zug, mit einem runden Tisch aller Beteiligten und einem entsprechenden Vertrag die Finanzierung zu regeln.“


