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Verkehrspolitik:Weiterer Schilderwald

Kreis lässt Konzept für Radwegenetz erstellen

Der Landkreis München nimmt in einem ersten Schritt 300 000 Euro in die Hand, um ein einheitliches Radverkehrs- und Beschilderungskonzept aufzubauen. Insgesamt geht es um ein mit dem Büro Inovaplan erarbeitetes Programm mit mehr als 600 Einzelpunkten und konkreten Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Allerdings nach einer "ganz klaren Priorisierung", wie SPD-Kreisrat und Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck am Dienstag im Mobilitätsausschuss des Kreistags sagte, der in Grünwald tagte.

Die Planer von Inovaplan stellten in der Sitzung die Grundzüge des Konzeptes vor, das vor allem zwei Ziele verfolgt: erstens ein einheitliches Beschilderungssystem für den Fahrradverkehr sowie zweitens den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur vom Freizeitverkehr bis hin zu Radschnellwegen, die möglichst bald den Landkreis durchziehen sollen. Inbegriffen sind auch die Radhauptverbindungen und ein dichtes Netz aus normalen Radwegen als sogenanntes Ergänzungsnetz, mit dem etwa Nachbarkommunen verbunden werden können. Tania Campbell (Grüne) sagte nach der Vorstellung des Programms mit Blick auf eine von Radwegen durchzogene Karte des Landkreises, sie begrüße das Projekt, allerdings müssten noch zahlreiche Routenführungen optimiert werden. Sie bat darum, dass der Ausschuss jährlich über die Fortschritte informiert wird.

Die 300 000 Euro sind freilich nur eine Anschubfinanzierung, die Kosten vor allem für Radschnellwege und Radhauptverbindungen werden in die Millionen gehen. CSU-Fraktionschef Stefan Schelle, dessen Kommune Oberhaching bereits mit einer Radhauptverbindung an die Landeshauptstadt angeschlossen ist, sagte, es brauche angesichts der Fülle an Maßnahmen "Pragmatismus bei der Umsetzung". Wie sein Kollege Böck betonte Oberhachings Bürgermeister, es sei notwendig, dabei nicht nur den Landkreis von oben als große Einheit zu betrachten, vielmehr müsse "regional" in enger Abstimmung mit den Kommunen entschieden werden.

FDP-Kreisrat Manfred Riederle plädierte dafür, auch Ladestationen für E-Bikes in das Serviceangebot aufzunehmen, das analog und digital aufgebaut werden soll. Landrat Christoph Göbel (CSU) verwies darauf, dass die Umsetzung als "atmendes System" geschehen werde. Vieles werde im Lauf der Zeit angepasst - immer in enger Abstimmung mit den Kommunen.

© SZ vom 14.04.2021 / müh
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